19. August 2010 09:19

Heilung 

Therapieerfolg bei Erdnuss-Allergie

Kinder und Jugendliche wurden erfolgreich desensibilisiert.

Therapieerfolg bei Erdnuss-Allergie

Schon Spuren von Erdnüssen können für Allergiker lebensgefährlich sein. Forscher der Berliner Charite haben nun jedoch eine Möglichkeit gefunden, den Betroffenen zu helfen: Unter strenger medizinischer Aufsicht wurden in einer Pilotstudie Kinder und Jugendliche desensibilisiert, indem sie winzige Erdnussmengen schluckten, berichtet das Forscherteam um Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie am Virchow-Klinikum der Charité.

Kleinste Mengen verabreicht
Dazu wurden 23 jungen Allergikern zwischen drei und 14 Jahren über sieben Monate hinweg kleinste Mengen Erdnuss verabreicht, die im Zwei-Wochen-Rhythmus und unter strenger ärztlicher Aufsicht in der Allergieambulanz gesteigert wurden. Ziel war es, die Dosis von zehn Milligramm auf 500 Milligramm hochzuschrauben: Das entspricht etwa einer ganzen Erdnuss.

Toleranz
Nach sieben Monaten erreichten 14 Kinder (60 Prozent) eine Toleranz gegenüber dieser Menge, die sie nun täglich zu sich nehmen. Vier Kinder stiegen aus persönlichen Gründen aus der Studie aus, vier wegen Nebenwirkungen, und ein Kind sprach nur teilweise auf die Therapie an. "Wenn Allergiker eine kleine Menge Erdnüsse tolerieren können, sind sie wesentlich besser vor einem allergischen Schock bei versehentlichem Genuss geschützt", betont Mitautorin Katharina Blümchen.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare