26. September 2007 09:47

Studie 

Thromboserisiko bei Vielfliegern 3x höher

Niederländische Forscher identifizieren mehrere Risikogruppen. Vielflieger besonders gefährdet.

Thromboserisiko bei Vielfliegern 3x höher
© sxc

Häufiges Fliegen auf langen Strecken erhöht das Risiko für schwere Thrombosen um mehr als das Dreifache. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im US-Online-Journal "Public Library of Science" (PLoS) veröffentlicht wurde. Der niederländische Mediziner Frits Rosendaal (Universität Leiden) und seine Kollegen hatten 8.755 Vielflieger, die für international tätige Firmen arbeiteten, im Durchschnitt mehr als vier Jahre lang beobachtet. Sie saßen über 17 Prozent ihrer Zeit im Flieger. 53 von ihnen bekamen schwere Verschlüsse der Blutgefäße wie tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.

Risikogruppen
Die Forscher schlossen daraus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Thrombose bei Langstrecken-Vielfliegern 3,2 pro 1.000 Personenjahre beträgt, im Gegensatz zu einer pro 1.000 für Menschen ohne regelmäßige Langstreckenflüge. "Diese Rate entspricht einem Risiko von einer Erkrankung auf 4.656 Langstreckenflügen", sagte Rosendaal. Das Risko war am höchsten bei Unter-Dreißigjährigen, bei Frauen, die die Pille nehmen, und bei besonders kleinen, großen oder übergewichtigen Menschen. Die meisten Thrombosen traten zwei Wochen nach dem Flug auf. Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich zum Beispiel in den Blutgefäßen der Beine bilden; die Klumpen können sich lösen und zur Lunge wandern, wo sie eine lebensgefährliche Embolie auslösen können.

Mehrere Untersuchungen
Das Thromboserisiko von Flugreisenden wurde bereits mehrfach untersucht. Zahlreiche Studien fanden ein erhöhtes Risiko, niederländische Mediziner bezweifelten das jedoch. Sie hatten im Jahr 2000 knapp 800 ältere Thrombose-Patienten nach ihrem Reiseverhalten befragt und keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Reisebedingungen und Thrombosen entdeckt.


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