22. Jänner 2007 15:23

Jugendliche 

Trinken, bis zum Umfallen

Viele Jugendliche trinken mehr hochprozentigen Alkohol denn je. Alcopops sind besonders beliebt.

Trinken, bis zum Umfallen
© (c) buenos dias

 

Jugendliche greifen bei Partys und in der Disco nach den Erfahrungen von Sozialarbeitern immer mehr zu hochprozentigem Alkohol statt zu Wein und Bier. Sehr beliebt sei in letzter Zeit das "Rucksacktrinken", sagte der deutsche Jugendpfleger Thomas Schön. Jugendliche mischten dafür schon zu Hause Wodka oder Schnaps mit süßen Fruchtsäften und brächten die Flaschen in ihren Taschen zu Konzerten oder Feiern mit. Dies ist nach Einschätzung des Experten ein Grund für die steigende Zahl von Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen.

50 Prozent mehr Jugendliche landen im Spital
Laut einer Studie stieg die Zahl der stationären Behandlungen wegen Alkoholmissbrauchs bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren von 2000 bis 2004 um rund 43 Prozent. Die Zahl der 15- bis 20-jährigen Frauen, die nach Alkoholexzessen ins Krankenhaus gebracht werden mussten, nahm sogar um 56 Prozent zu.

Alcopops und Mischgetränke auch bei Mädchen beliebt
Bei den Mixgetränken "aus dem Rucksack" sei der Alkohol kaum noch herauszuschmecken, sagte Schön. "Dies führt verstärkt dazu, dass auch die Mädchen häufig zu viel trinken." Vorreiter der süßen Getränke seien die so genannten Alcopops gewesen: "Durch den Geschmack sind die Jugendlichen regelrecht angefüttert worden", berichtete der Jugendpfleger, der gemeinsam mit Polizei und Jugendamt Alkoholkontrollen auf Festen vornimmt.

Gesteigerte Aggression durch Alkoholkonsum
Dabei sei ihm neben den hohen Promillewerten auch ein gesteigertes Aggressionsniveau aufgefallen: "Viele der Jugendlichen fangen schon um neun Uhr abends an zu trinken und sind dann um elf stock betrunken. Danach nehmen sie Tische und Bänke auseinander." Laut Schön sind vor allem die Mütter und Väter gefordert: Sie müssten konsequent sein und versuchen, mit ihren Kindern zu reden. "Viele der Eltern haben aber schon resigniert und sind völlig ratlos."

Eltern reden zu wenig
Der Jugendpfleger sagte weiter, Jugendliche würden von Erwachsenen zu wenig auf ihren übertriebenen Alkoholkonsum angesprochen: "Die interpretieren das als Zustimmung und denken, dass ihr Verhalten völlig in Ordnung ist."


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