19. Jänner 2010 07:58

Probleme 

Unbewusster Stress macht krank

Magenschmerzen, Asthma und Co.: Vielzahl körperlicher Symptome möglich.

Unbewusster Stress macht krank
© Getty Images

Wenn Menschen dauerhaft Stressfaktoren ignorieren, können sie psychisch und körperlich krank werden. "Oftmals sind es Faktoren im Beruf wie hohe Anforderungen, Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten sowie Schwierigkeiten in der Partnerschaft, die starken Stress auslösen können, ohne dass sich der Betroffene tatsächlich darüber im Klaren ist", erklärt die Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, Christa Roth-Sackenheim. Dieser unbewusste Stress könne sich jedoch verselbstständigen und eine Vielzahl körperlicher Symptome verursachen.

Kopfschmerzen und Co.
Typische Anzeichen seien Magen- und Darmprobleme, chronische Rückenschmerzen, Asthma, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Bluthochdruck. "Nachdem organische Gründe für die Symptome ausgeschlossen wurden, sollten sich Betroffene damit auseinandersetzen, welche Einflüsse sie in ihrer momentanen Situation unter Druck setzen und was sie an ihrer Lage ändern können", rät Roth-Sackenheim. Eine psychotherapeutische Behandlung könne sie wirksam bei diesem Prozess unterstützen und verhindern, dass die Beschwerden chronisch würden.

Teufelskreis
Die Anspannung durch die Beschwerden und die daraus resultierende verstärkte Aufmerksamkeit für Körpersignale könnten zu einem Teufelskreis und damit zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen, warnt die Expertin: "Bei einem Patienten mit Schmerzen ohne organische Ursache kann beispielsweise ein Training der Aufmerksamkeit von diesem Reiz weg im Rahmen einer Psychotherapie eine deutliche Verbesserung der Beschwerden bewirken." Schätzungen zufolge leidet bis zu einem Drittel der Patienten, die wegen diffuser Beschwerden oder Schmerzen einen Arzt aufsuchen, unter einer psychosomatischen Erkrankung.


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