02. Oktober 2008 09:09

Kopfverletzungen 

Unfallchirurgen fordern Helmpflicht für Radfahrer

Zahl der schweren Kopfverletzungen im innerstädtischen Bereich stark gestiegen.

Unfallchirurgen fordern Helmpflicht für Radfahrer
© sxc
Unfallchirurgen fordern Helmpflicht für Radfahrer
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Die Zahl der schweren Kopfverletzungen bei Radfahrern ist in Wien stark gestiegen. Innerhalb von zehn Jahren haben sich diese laut einer Studie der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) mehr als verdoppelt. Es betrifft zwar nicht extrem viele Patienten (im Wiener AKH landeten 2007 etwa 15 Radfahrer mit schwerem Schädelhirntrauma), hinter jeder Zahl stecke aber ein tragisches Schicksal, meinte Richard Kdolsky, Chirurg am Wiener AKH. "Nachdem die Zahlen steigen, ist es für uns Anlass genug Alarm zu schlagen." Als Konsequenz forderte er eine Helmpflicht für Radfahrer.

Schädel-Hirn-Trauma
"Aus medizinischer Sicht müssen wir das fordern. Es handelt sich hier um ganz schwere Verletzungen, die ganz leicht vermeidbar wären", meinte Kdolsky im Rahmen einer Pressekonferenz der ÖGU. Verhältnismäßig erleiden mehr Radfahrer ein Schädel-Hirn-Trauma als etwa Motorrad- oder Mopedlenker. Zumindest was den Raum Wien angeht, könne man laut Kdolsky sagen, dass Radfahrer gefährlicher leben als motorisierte Zweiradlenker.

Schwere Kopfverletzungen
Ursachen für die Verletzungen in diesem Bereich seien fehlende Schutzkleidung und mangelnde Fahrdisziplin. Im alpinen Wintersport haben sich die schweren Kopfverletzungen durch das Helmtragen binnen weniger Jahre halbiert. "Im Skisport ist Helmtragen eine coole Sache geworden", sagte Karl Benedetto, Präsident der ÖGU und Leiter der Unfallchirurgie am LKH Feldkirch.

Immer mehr Knieverletzungen
Besorgniserregend für die Unfallchirurgen ist auch die Zunahme an schweren Knieverletzungen. Binnen zwei Jahre wurde bei diesen Verletzungen ein Anstieg von 15 Prozent beobachtet. "In letzter Zeit behandeln wir auch vermehrt übergewichtige Kinder mit schweren Knieverletzungen", berichtete Benedetto. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit sind sie verletzungsanfälliger, weil sie das Unfallgeschehen weniger gut abwenden können. Schlecht trainierte, übergewichtige Kinder seien eine Problemgruppe, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Foto: (c)sxc


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