16. Oktober 2008 11:20

Trotz Forschung 

Ursache von Multiple Sklerose rätselhaft

Multiple Sklerose: Frühere Diagnose bietet bessere Lebensqualität. Ursache noch immer unklar.

Ursache von Multiple Sklerose rätselhaft
© sxc
Ursache von Multiple Sklerose rätselhaft
© sxc

Die chronisch entzündliche Multiple Sklerose (MS) ist eine Krankheit mit vielen Fragezeichen. Obwohl eifrig geforscht wird, ist vieles noch nicht beantwortet. Die Ursache von Multipler Sklerose ist noch immer rätselhaft. Neurologen gehen davon aus, dass eine Kombination mehrerer unterschiedlicher Faktoren zum Ausbruch der Krankheit führt. Dabei greift das Immunsystem die isolierende Myelinhülle der Nervenfasern an, was zu Symptomen von Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Lähmungen führt.

Bessere Lebenserwartung
Die Multiple Sklerose betrifft in Österreich etwa 100 von 100.000 Einwohnern. Es ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung von jungen Erwachsenen. Die Lebenserwartung hat sich so verbessert, dass sie gleich ist wie bei der übrigen Bevölkerung. Die MS bricht zumeist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren aus. Sie verläuft über Jahrzehnte hinweg.

Schubförmige Erkrankungsform
85 Prozent der Betroffenen haben eine zunächst schubförmige Erkrankungsform. Doch mit jeder akuten Phase können sich die auftretenden Behinderungen - vor allem Lähmungserscheinungen - summieren. Die in den vergangenen Jahren breit in die Behandlung der Patienten eingeführten Beta-Interferone und ein Copolymer (Glatirameracetat) sollen vor allem diese Schübe verhindern. 2006 wurde mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab ("Tysabri"/Biogen Idec) ein neues und potenziell hoch wirksames Medikament zur Behandlung der MS zugelassen.

Vielfältige Symptome
90 Prozent der Patienten haben als erste Symptome vorübergehende Sehnervenentzündungen bzw. Empfindungs- bzw. Beweglichkeitsstörungen. "Die Symptome sind vielfältig und spezifisch", sagte der Neurologe Thomas Berger. Nur sollte nicht bei jedem Kribbeln gleich an MS gedacht werden. Aber: "Wenn das Kribbeln permanent vorhanden ist und in den darauffolgenden Tagen zunimmt, sollte man den Arzt - am besten einen Neurologen - aufsuchen", erklärte der Mediziner.

Sieben Jahre bis zur Diagnose
Im frühen Stadium ist eine medikamentöse Behandlung der MS besonders erfolgreich. In Österreich dauerte es bisher durchschnittlich sieben Jahre bis zur ersten Diagnose. Jetzt sind es laut Berger drei Jahre, weil die Leute schneller zum Neurologen gehen würden.

Foto: (c) sxc


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |