30. Mai 2008 09:57

Studie zeigt 

Verhaltenstherapie hilft gegen Angst vor Zahnarzt

Menschen mit Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie sind besonders betroffen.

Verhaltenstherapie hilft gegen Angst vor Zahnarzt
© sxc

Rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden Schätzungen zufolge unter Zahnbehandlungsangst. In Österreich ist das nicht viel anders. Für diese Menschen ist der bloße Gedanke an den Zahnarztstuhl oder den Geruch in der Praxis der reinste Horror, wie der Psychologe Wolfgang Hiller von der Universität Mainz berichtet. Mit einer Verhaltenstherapie und in Zusammenarbeit mit geschulten Zahnärzten könne diese Dentalphobie aber sehr gut behandelt werden.

Schmerzmittel statt Zahnarzt
Studien zufolge ist für Menschen mit einer sogenannten Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie die Angst vor dem Zahnarzt besonders groß. Die Betroffenen hielten Zahnschmerzen oft jahrelang aus, versuchten sie vor anderen zu verbergen und bekämpften sie mit Schmerzmitteln. Wenn sich der Zustand der Zähne weiter verschlechtere, werde die Hürde für einen Zahnarztbesuch noch höher, und ein Teufelskreis beginne.

Verhaltensanalyse
Bei einer Verhaltenstherapie gehen laut Hiller Patient und Therapeut zunächst der Frage nach, wie die Zahnbehandlungsangst überhaupt entstanden ist. "Am Anfang steht eine genaue Anamnese und Verhaltensanalyse", erklärt Hiller. Danach werde der Patient nach und nach mit verschiedenen angstauslösenden Situationen konfrontiert, wie etwa dem Betrachten und später dem Berühren eines Zahnarztbesteckes.

Erfolg
Er lerne so, sich der Angst auszusetzen. Sei er dazu bereit, folge der Gang in die Zahnklinik - zuerst vielleicht nur als Zuschauer und später dann zur eigenen Behandlung mit Erfolg, wie die Fälle an der Poliklinischen Institutsambulanz der Universität Mainz zeigten, berichtet Hiller.


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