19. Mai 2009 10:08

Gräser-Allergiker 

Verstärkte Pollenbelastung droht

Ampfer, Wegerich, Holunder und Robinie blühen im Flachland. Ab Wochenmitte verstärkte Pollenbelastung für Allergiker.

Verstärkte Pollenbelastung droht
© Getty Images

Ab Mitte dieser Woche müssen Allergiker wieder mit verstärkter Belastung durch Pollen rechnen. Die steigenden Temperaturen sorgen für eine starke Zunahme von Roggen- und Gräserpollen in der Luft. Etwas angenehmere Bedingungen finden sich in nächster Zeit noch über etwa 900 Meter Seehöhe, so der Pollenwarndienst.

Im Flachland verursachen Ampfer, Wegerich, Holunder und Robinie, an der Baumgrenze in den Zentralalpen die Grün-Erle Beschwerden. Aufatmen können Allergiker bei feuchter Witterung, denn diese unterbindet den Pollenflug.

Tagebuch schreiben
Für Betroffene empfiehlt es sich, ein Tagebuch über die allergischen Beschwerden zu führen. So lässt sich der Erfolg gesetzter Maßnahmen überprüfen. Regionale Pollenwarndienste und die HNO-Klinik der Medizinischen Universität Wien bieten hiefür eine Onlineanwendung. Nachdem man sich auf der Webseite http://phd.polleninfo.org registriert hat, lassen sich Beschwerden automatisch mit Blütezeiten vergleichen und Vorhersageberechnungen für die Pollensaison anstellen.

Symptome
Häufige Heuschnupfen Symptome bei Patienten mit einer Gräserallergie sind plötzliche Niesattacken in Verbindung mit tränenden, juckenden und oft auch geröteten Augen. Die Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich schwellen stark an, fühlen sich trocken an und jucken. Die Nase läuft nahezu ununterbrochen, die Sekretion ist meist sehr klar und wässrig. Häufig ist auch eine unangenehme Atemnot zu verspüren.

Was ist Heuschnupfen?
Der Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Baum- und Gräserpollen, die unser Immunsystem austricksen. Bei Allergikern hält der Körper die Pollen für schädliche Eindringlinge und bekämpft sie. Der Allergiker bekommt das durch Niesattacken, tränende Augen und laufender Nase zu spüren.

Welche Gräser lösen Allergien aus?
Für allergische Beschwerden sorgen in erster Linie die hochwachsenden Gräser der Futterwiesen, wie etwa das Lieschgras (Phleum), Knäuelgras (Dactylis), Glatthafer (Arrhenaterum), oder Raygras (Lolium). Der Roggen (Secale cereale) hat wahrscheinlich die höchste allergene Potenz unter allen Gräsern. Bäume, die für einen besonders ausgeprägten Pollenflug bekannt sind, sind Hasel, Erle, Birke und Ulme.

Ab zum Arzt!
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie unter Heuschnupfen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Mittels Allergietest kann schnell eine Diagnose gestellt werden. Eine Behandlung des allergischen Schnupfens ist in jedem Fall wichtig, weil er sonst zu Asthma führen kann.

Soforthelfer
Bei besonders schlimmen Beschwerden helfen Medikamente. Die bekämpfen zwar nicht die Ursachen, aber verbessern die Symptome. In der Apotheke erhalten Sie vorbeugende Augen- und Nasentropfen.

Langfristige Helfer
Bei 60 Prozent aller Heuschnupfen-Patienten ist die sogenannte Hyposensibilisierung wirksam. Dabei spritzt der Arzt den Allergie auslösenden Stoff vor Beginn der Pollen-Saison drei Monate lang (einmal pro Woche) in langsam aufsteigenden Dosen unter die Haut. Die Abwehrreaktion des Körpers wird dabei langsam normalisiert.

Tabletten
Gegen die Gräserpollenallergie gibt es auch eine Tablette. Diese wird vier Monate vor der Heuschnupfensaison und währenddessen täglich eingenommen.

Alternative Medizin
Wenn nun aber unser Körper "die Nase voll hat" oder ihm "die Augen übergehen" greifen immer mehr Allergiker – neben der Schulmedizin – auf alternative Methoden zurück. Psychosomatikexperte Dr. Rüdiger Dahlke spezialisierte sich etwa auf die psychischen Hintergründe körperlicher Krankheiten. Viele schwören auf Akkupunktur. Hier wird die Körperenergie Qi durch die Aktivierung bestimmter Punkte mit Nadeln ins Gleichgewicht gebracht. Auch Entspannungstechniken wie Qigong, Tai-Chi, Shiatsu & Co. finden immer mehr Anhänger. Genau wie die "Traditionelle Chinesische Medizin" (TCM), eine jahrhundertalte Kräuterheilkunst aus China, die aber nur von speziellen TCM-Ärzten verordnet werden darf.

Die besten Tipps für Allergiker

- Halten Sie bei Pollenflug Fenster und Türen geschlossen

- Pollenflugkalender beachten

- Sonnenbrillen können einen Teil der Pollen abhalten

- Halten Sie sich zu Tageszeiten großer Pollenbelastung am besten in geschlossenen Räumen auf

- Haare waschen, Brille reinigen und Kleider nach einem Aufenthalt im Freien wechseln

- Das Gesicht mehrmals täglich mit Wasser abspülen

- Pollenfilter fürs Auto: Pollenfilter sind für alle gängigen Automarken erhältlich

- Pollenschutzgitter: Auf dem Markt sind Pollenschutz-Gitter für Fenster erhältlich. Eine spezielle Struktur verhindert das Eindringen von nahezu 90% der Pollen

- Vermeiden Sie vor allem mittags einen Aufenthalt im Freien

- Kein Alkohol: Alkohol erweitert die Gefäße. Das betrifft auch die Nasenschleimhaut, die durch Alkohol durchlässiger wird und damit können die Pollenallergene leichter in die Blutbahn gelangen

Pollenalarm: www.wetter.at/wetter/bio-wetter/pollen


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