05. Februar 2010 07:44

Zu klein 

Viele Kinder drückt der Schuh

Drei Viertel von 858 Drei- bis Sechsjährigen mit Schiefstellung der großen Zehen.

Viele Kinder drückt der Schuh
© sxc

Viele Kinder drückt der Schuh: Ein Forscherteam der Medizinischen Universität Wien hat bei 858 Drei- bis Sechsjährigen das Schuhwerk untersucht und festgestellt, dass 69 Prozent zu kurze Straßenschuhe trugen und 89 Prozent zu kleine Patschen. Die Studie wurde im Fachjournal "BMC Musculoskeletal Disorders" veröffentlicht.

Füße untersucht
In einem zweiten Schritt untersuchten die Wissenschafter die Füße der Buben und Mädchen im Kindergartenalter. 76 Prozent wiesen Abweichungen der großen Zehen auf, 14 Prozent waren sogar um zehn Grad oder mehr gekrümmt. Als Spitzenwert wurden 19 Grad festgestellt.

Fehlstellungen durch falsche Größen
Die statistischen Berechnungen ergaben: Je kürzer die Schuhe, desto gravierender die Schiefstellung der großen Zehe, der Hallux valgus. "Kinder spüren nicht, ob Schuhe zu kurz sind und zwängen sich brav hinein. Jetzt wissen wir, dass das schädlich ist", erklärte Studienautor Christian Klein. Die meisten Schuhgrößen seien falsch angegeben, so der Orthopäde.

Kinderfüße brauchen zwölf bis 17 Millimeter Spielraum im Schuh. Das Forscherteam rät Eltern und dem Schuhhandel, die Füße und die Innenlänge der Schuhe zu messen. So kann sichergestellt werden, dass die Schuhe passen.

Die besten Tipps:

- In den meisten Schuhgeschäften wird bislang nur die Länge der Kinderfüße gemessen. Da die Schuhgrößen aber selten korrekt sind, genügt das nicht. Bestehen Sie deshalb darauf, dass die Füße und die Innenlänge der Schuhe gemessen werden.

- Papp-Schablone: Fußumriss auf einen Karton zeichnen und an der längsten Zehe mindestens 12 mm (für neue Schuhe 17 mm - dann passen die Schuhe ca. 5 Monate) hinzufügen. Schablone ausschneiden (2-Finger breiten Streifen). Passt der Streifen in den Schuh, dann ist der Schuh lang genug.

- Einlagesohle: Falls die Einlagesohle des Kinderschuhes herausnehmbar ist: Kind draufstellen und bei der längsten Zehe einen Strich mit Kuli machen. Von der Markierung bis zur Spitze der Einlagesohle muss mindestens ein Spielraum von 12 mm sein. Tipp: Unsere Untersuchungen zeigen, dass Einlagesohlen häufig nicht dieselbe Länge wie die Schuhe haben. Deshalb: Überprüfen Sie, bevor Sie die Einlagesohle aus dem Schuh nehmen, ob sie sich hin und her schieben lässt (Einlagesohle zu kurz) oder ob sie sich in der Schuhspitze aufrollt (Einlagesohle zu lang).

Mehr Infos: www.biomedcentral.com


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