19. Juli 2010 13:19

Tiergesundheit 

Was Hund und Katze wurmt

Würmer und Parasiten sind eine erhebliche Gefahr für Ihr Haustier

Was Hund und Katze wurmt
© Bayer

Ein wichtiger Beitrag für die Gesunderhaltung von Tieren ist, Katzen und Hunde regelmäßig gegen Wurmbefall zu behandeln, denn das erspart dem Tier unangenehme Folgeerscheinungen einer Wurminfektion. Da das Thema Wurminfektionen jedoch nicht ganz einfach ist, fühlen sich viele Tierbesitzer verunsichert. Einige grundlegende Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.

Welche Wurmarten gibt es und sind sie alle für mein Tier relevant?
Generell unterscheidet man zwischen zwei großen Gruppen von Würmern: Band- und Rundwürmern. Innerhalb dieser Gruppen gibt es viele verschiedene Arten, bei den Bandwürmern z.B. den Fuchsbandwurm oder den Gurkenkernbandwurm und bei den Rundwürmern z.B. den Spulwurm, den Hakenwurm oder den Peitschenwurm. Zu der Kategorie der Rundwürmer gehören auch der Herzwurm und der Lungenwurm.

Welche Würmer für welches Tier relevant sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Welpen brauchen in ihren ersten Lebensmonaten nur eine Rundwurmbehandlung, da sie sich noch nicht mit Bandwürmern anstecken können. Für erwachsene Tiere ist eine Kombinationsbehandlung gegen alle Arten zu empfehlen. Vereinzelt kann auch nur eine Bandwurmbehandlung nötig sein, z.B. nach Flohbefall oder für Mäusejäger und Jagdhunde. Herz- und Lungenwürmer sind vor allem vor Reisen in südliche Länder ein wichtiges Thema, da sie hierzulande nur in extrem seltenen Fällen anzutreffen sind.

Wie infiziert sich ein Tier mit Würmern?
Die Infektion mit Wurmeiern kann auf verschiedene Arten erfolgen. Der Bandwurm nutzt z.B. den Floh oder die Maus als Zwischenwirt, und Tiere können sich infizieren, wenn sie Flöhe zerbeißen oder verschlucken oder Mäuse fressen.

Spulwurmeier befinden sich zumeist in der Natur und Tiere nehmen sie z.B. beim Herumschnüffeln an Kot oder einfach vom Boden auf. Sind die Wurmeier einmal im Darm angelangt, schlüpfen dort aus ihnen die Wurmlarven, die eine Reise durch den Körper des Tieres – durch Gefäße, Gewebe und Organe – antreten, bis sie vollständig entwickelt wieder im Darm ankommen und dort wiederum Eier oder Larven entwickeln, die in die Umgebung abgegeben werden.

Hakenwurmeier lauern auch meist in einem Zwischenwirt, z.B. Mäusen. Sie können sich aber auch aktiv durch die Haut der Tiere an den Pfoten bohren.

Katzen- und Hundewelpen können sich mit Spul- und Hakenwurmlarven übrigens auch schon im Mutterleib oder über die Muttermilch infizieren.

Eine völlig unterschätzte Ansteckungsmöglichkeit ist gerade bei reinen Hauskatzen das Einschleppen von Wurmeiern an den Schuhen.

Wie kann sich ein Mensch mit Würmern infizieren?
Da Wurmeier bei den Tieren auch im Fell kleben, kann sich der Mensch leicht anstecken, wenn z.B. das Tier gestreichelt wird und danach die Hände unbewusst an den Mund genommen werden. Auch im Menschen treten die Wurmlarven dann ihre Wanderung durch den Körper an, vermehren sich oder verkapseln sich irgendwo im Körper, und können so unter Umständen für unangenehme Symptome sorgen.

Hilft eine Entwurmung gegen alle Würmer?
Wenn man seinem Tier ein Entwurmungsmittel verabreicht, heißt das leider noch lange nicht, dass auch alle möglichen Wurmarten mit diesem Mittel vernichtet werden, denn unterschiedliche Wurmarten reagieren auf unterschiedliche Wirkstoffe. Generell unterscheidet man bei Entwurmungspräparaten zwischen Monopräparaten, die nur gegen Bandwürmer oder nur gegen Rundwürmer wirken, und Kombipräparaten, die gegen beide Gruppen wirken. Selbst Innerhalb einer Gruppe muss ein Wurmmittel aber auch nicht gegen alle existierenden Wurmarten wirken. Auch erfassen nur wenige Präparate die Larven im Körper. Detaillierte Informationen über das Wirkspektrum gibt die Gebrauchsinformation. Vorsicht ist geboten bei Herz- und Lungenwürmern, denn diese werden von den meisten Breitbandentwurmungen nicht erfasst. Hier gibt es Spezialpräparate, die die Tiere z.B. vor Reisen in südliche Länder vor einer Infektion schützen.

Bei welchen Würmern ist besonders wichtig diese zu erfassen?
Besonderes Augenmerk sollte auf die Wurmarten gerichtet werden, die zoonotisch sind, d.h. auch auf den Menschen übergehen. Sehr gefährlich für den Menschen ist der Fuchsbandwurm, denn dieser siedelt sich in der Leber oder auch der Lunge an und kann zu schweren Komplikationen führen. Des Weiteren nutzen auch Gurkenkernbandwurm, Spulwurm und Hakenwurm den Menschen als Wirt.

Erfasst eine Entwurmung nur die erwachsenen Wurmstadien im Darm oder auch die Larven, die sich auf Köperwanderung befinden?
Bis vor einigen Jahren gab es nur Wurmmittel, die Stadien der Würmer im Darm erfassen, während die restlichen Larven an anderen Orten des Tierkörpers sich ungestört weiterentwickeln und Schaden in den Organen anrichten, und so schon nach kurzer Zeit als erwachsene Würmer in den Darm nachrücken können. Mittlerweile gibt es ein Entwurmungsmittel, das auch die Larvenstadien von verschiedenen Würmern erfasst. Für den Hund gibt es das Mittel als schmackhafte, knochenförmige Tablette, und für die Katze als stressfreie Spot-On-Lösung zum Auftropfen auf den Nacken. Informationen zu dem Präparat gibt es beim Tierarzt.

Kann ich mein Tier auch vor einer Ansteckung durch Würmer schützen?
Es gibt momentan noch keine Entwurmungsmittel, die Tiere vor einem Neubefall schützen. Wenn man seinem Tier eine Entwurmung verabreicht, werden lediglich im Köper vorhandene erwachsene Würmer oder, je nach Präparat, auch Entwicklungsstadien der Würmer vernichtet. Theoretisch kann sich ein Tier aber schon kurz nach der Behandlung wieder mit Wurmeiern oder -larven infizieren.

Einzige Ausnahme bietet hier die Behandlung gegen Herzwürmer z.B. vor Reisen in südliche Länder. Um sein Tier vor einer Herzwurminfektion zu schützen, muss man es schon vor Reiseantritt mit einem geeigneten Wurmmittel behandeln. Diese Mittel verhindern dann, dass durch Stechmücken übertragene Herzwurmlarven sich im Körper des Tieres weiterentwickeln können und töten sie vorher ab. Das ist wichtig, da eine ausgereifte Herzwurminfektion im Gegensatz zu „normalen“ Wurminfektionen schwer zu behandeln ist. Hier gilt: Nur Vorsorge schützt!

Wie schütze ich mein Tier also am Besten vor Würmern?
Den besten Schutz kann man seinem Tier durch eine regelmäßige Entwurmung bieten. Unabhängige Experten empfehlen, mindestens alle 3 Monate zu Entwurmen. Bei besonders gefährdeten Tieren, z.B. Jagdhunden, kann auch eine monatliche Entwurmung sinnvoll sein. Zwar kann man durch die Behandlungen keine Neuansteckung verhindern, aber durch die Einhaltung dieses Zyklus kann gewährleistet werden, dass mögliche im Tier vorhandene Wurmstadien nicht genügend Zeit haben, sich so weit zu entwickeln und zu vermehren, dass sie dem Tier Schaden zufügen können. Hinzu kommt, dass man durch eine regelmäßige Entwurmung auch die Kontamination der Umwelt mit Wurmeiern reduziert, und somit auch der Mensch vor einer Infektion geschützt wird.

Weitere Informationen zu Würmern und Wurmbehandlung gibt es auf www.esccap.de und www.parasitenfrei.de.


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2 Postings
musikfreundin meint am 17.12.2010 18:13:25 ANTWORTEN >
Da stimme ich dir vollkommen zu. Meine Katze hatte auch oft Würmer, aber seit kurzem bekommt sie Profender und es hilft tatsächlich! Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selber ausprobiert hätte :-).
Magneto meint am 27.09.2010 20:32:57 ANTWORTEN >
Na da freu ich mich aber, dass es da auch mal einen schönen Beitrag zu den besten Freunden des Menschen gibt – Katzen! Ich habe zwei Exemplare und hab an Entwurmungsmitteln schon so einiges ausprobiert:D
Beide bekommen regelmäßig Profender, das ist ein Spot-On. Der Erfinder sollte einen Preis erhalten. Ab sofort muss ich nicht mehr um mein Leben fürchten, wenn ich versuche den Stubentiger mit irgendwelchen Tabletten oder Spritzen zu nahe komme. Daran sind schon die besten Tierärzte gescheitert, hahaha.
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