20. Februar 2008 10:42

Diabetes 

Was sich Diabetiker von Ärzten wünschen

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in den Industrieländern. Sie stellt Ärzte vor neue Herausforderungen – wie eine aktuelle Studie zeigt.

Was sich Diabetiker von Ärzten wünschen
© sxc

Rund 500.000 Österreicher leiden bereits heute an Typ-2-Diabetes. Tendenz steigend. Da die Krankheit nicht heilbar ist und ohne Behandlung zahlreiche Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung und Nierenversagen mit sich bringt, müssen sich die Gesundheitssysteme in den Industrieländern nun auf die neue Herausforderung einstellen.

Umfrage
Aus diesem Grund führte die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) vor Kurzem eine Umfrage unter Österreichs Hausärzten durch: Erhoben wurde der aktuelle Stand der Diabetesbehandlung. Das Ergebnis ist ernüchternd: Immer mehr Ärzte sind heute in der täglichen Praxis mit der Dia­gnose Diabetes konfrontiert. Im Durchschnitt behandelt jeder Hausarzt 50 Patienten mit Typ-2-Diabetes pro Jahr und diagnostiziert drei bis vier neue Fälle pro Quartal.

Ärzte gefordert
Damit sind auch die behandelnden Ärzte gefordert. Denn die Lifestyle-Erkrankung erfordert Aufklärung und Beratung in der Praxis und ist zudem aufwendig in der Therapie. „Die Möglichkeiten in der Behandlung von Diabetes sind heute größer. Die Zukunft liegt in der Kombinationstherapie“, erklärt Fritz Hoppichler, Stoffwechselexperte vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg. In den meisten Fällen müsse nicht nur der erhöhte Blutzucker, sondern auch Blutdruck- und Blutfettwerte behandelt werden. Hoppichler: „Die Therapie von Diabetes ist komplex.“

Neue Kombinationen
Die Zeiten, in denen Diabetes vor allem mit der Insulin-Spritze behandelt wurde, sind längst vorbei. Auf die Entwicklung von Tabletten gegen Diabetes, wie sogenannte Sulfonylharnstoffe und Metformin, steht heute eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die eine individuelle Therapie möglich machen. Der letzte Durchbruch sind Wirkstoffe auf Inkretin-Basis: Sie senken den Blutzucker über bestimmte Darmhormone.

Problem Übergewicht
Ein bekanntes Problem in der Behandlung von Diabetes: Viele blutzuckersenkende Mittel führen entweder zu Unterzuckerung oder Gewichtszunahme. Vor allem im Straßenverkehr kann Hypoglykämie, also das plötzliche Absinken des Blutzuckerspiegels, fatal werden. Nicht selten kommt es auch während der Therapie durch die Einlagerung von Wasser in den Beinen und eines gesteigerten Hungergefühls zu einer deutlichen Gewichtszunahme.

Was Patienten wollen
Laut aktueller Umfrage wünschen sich Diabetiker vor allem umfassende Beratung. Auf der Wunschliste stehen aber auch Medikamente, die keine Gewichtszunahme verursachen. Mit „Januvia“ ist ein derartiges Präparat nun für die Behandlung des Typ-2-Diabetes verfügbar. Die Tabletten werden nur einmal täglich genommen. Sie verstärken die körpereigene Blutzucker-Regulation und führen weder zu Unterzuckerung noch Gewichtszunahme.


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