22. Juli 2009 10:20

Blutsauger 

Wehe, wenn die Gelse sticht

Gelsen werden gefährlicher. Erste Hilfe gegen die Stiche .

Wehe, wenn die Gelse sticht
© sxc

Hochwasser und Regen bescheren Gelsen Hochsaison. Die Einstiche der kleinen Biester sorgen für Juckreiz und allergische Symptome.

Dank hoher Luftfeuchtigkeit und Überschwemmungen haben Steckmücken Hochsaison. Wirklich gefährlich sind nur die Weibchen. „Sie brauchen das Blut für die Aufzucht der Brut“, erklärt Umweltmediziner Piero Lercher. Und spendet Geplagten Trost: „Wer bei Gelsen beliebt ist, hat gute Blutwerte. Mücken suchen sich vorwiegend gesundes Blut.“

Gelsen übertragen häufig auch gefährliche Erreger
Was uns Juckreiz beschert, ist eine allergische Reaktion des Körpers auf den Speichel der Gelse. Dieser enthält Substanzen, die die Blutgerinnung herabsetzen. Wird aus einem kleinen Gelsenwimmerl ein größeres Ekzem, sind auch noch Bakterien im Spiel. Lercher: „Stechmücken und Gelsen können zahlreiche Erreger übertragen.“ In Süditalien sind erste Fälle von Schlafkrankheit bekannt, die durch Gelsenstiche ausgelöst wurden. Selbst Borreliose kann durch die summenden Quälgeister übertragen werden.

Gelsen schwirren am liebsten ab 17 Uhr aus. Vorbeugend helfen Insektenschutzmittel aus der Apotheke. „Bio Protect Insektenspray“ etwa ist nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kleinkinder und Babys geeignet.

Mit Zitrone und Impfung gegen die Gelsenplage
Nur nicht kratzen, rät Mediziner Lercher. Denn dann könnte die Einstichstelle infiziert werden. Rasche Linderung bringen Zitronensaft und Eiswürfel, die den Juckreiz nehmen und abschwellend wirken. Auch Herumdrücken am Gelsenwimmerl ist verpönt. Bei Verdacht auf Entzündung kann eine antibiotische Salbe oder Puder eventuelle Bakterien killen. Gels, die antihistaminisch wirken, nehmen den Juckreiz. Lercher: „Da Allergien zunehmen, wird auch die Reaktion auf Gelsenstiche größer.“

Impfung gegen Gelsen
Daher will man die Gelsen mittels neuer Impfung in die Flucht schlagen. Die Anti-Gelsen-Spritze enthält Vitamin B und ein lokales Betäubungsmittel. Der Geruch soll angeblich Mücken vertreiben (Kosten: 35 Euro).


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