24. Oktober 2008 09:51

Tipps 

Wenn die Haut juckt und spannt...

Drei bis vier Millionen Österreicher haben Hautprobleme. Dermakosmetik kann helfen.

Wenn die Haut juckt und spannt...
© sxc
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Sie juckt, sie spannt, sie schuppt sich: Drei bis vier Millionen Österreicherinnen und Österreichern macht ihre Haut ständig oder zeitweise zu schaffen. Allein von der Krankheit Rosazea sind etwa 400.000 Menschen betroffen. Mit Allergien und Kontaktekzemen schlagen sich bis zu zwei Millionen herum. Herkömmliche Kosmetik macht alles noch schlimmer. Hautärzte empfehlen als Begleitung zur medikamentösen Therapie dermakosmetische Pflege.

Reizfreie Produkte
Es sollten unbedingt reizfreie Produkte verwendet werden, die ohne Duftstoffe, Parabene, Paraffine, Silikone und Polyethylenglykole auskommen, rät die deutsche Dermatologin Heike Fesq. Gut geeignet sei Dermakosmetik aus natürlichen Rezepturen, die in klinischen Studien auf ihre Verträglichkeit getestet wurden. "Je natürlicher und je weniger selbstirritativ, desto besser", so Fesq, die im Internet eine Patientensprechstunde für den Hersteller Dado sens betreut. Das Unternehmen der Börlind-Gruppe stellt Dermakosmetik auf Naturbasis her, die speziell auf problematische Haut zugeschnitten ist.

Umwelteinflüsse und falsche Pflege
Die Zunahme irritierter Hautzustände sei ein Fakt, betonte die Medizinerin. Schuld seien u.a. Umwelteinflüsse und falsche Pflege. Die Bandbreite der Probleme ist groß: Empfindliche und allergiegefährdete Haut reagiere gereizt auf äußere Faktoren wie Kälte, Rasur oder herkömmliche Kosmetika. Eine mögliche Ursache sei eine geschwächte Hautbarriere. Allergien zeigen sich als juckende Rötungen, teilweise mit Gesichtsschwellung und Papeln, Bläschen oder Quaddeln sowie Schuppung. Häufigste Auslöser seien Duftstoffe, Konservierungsmittel, Salbengrundlagen und Farbstoffe.

Kontaktekzeme und Allergien
Kontaktekzeme entstehen durch direkte Berührung von bestimmten Substanzen. Irritativ-toxische Ekzeme sind eine Entzündungsreaktion auf hautreizende Stoffe wie Reinigungsmittel. Allergische Ekzeme treten bei Menschen mit einer meist vererbten Veranlagung auf. "Ist die Allergie einmal da, hilft nur konsequentes Vermeiden des Auslösers", sagte Fesq. Für Betroffene könnten synthetische Stoffe in Kosmetika ein Problem darstellen. "Zunächst erkennt der Körper diese Substanzen als fremd. Irgendwann fängt er an, sich dagegen zu wehren."

Periorale Dermatitis
Etwa 100.000 Patienten in Österreich, vor allem Frauen jüngeren und mittleren Alters, haben periorale Dermatitis. Die entzündliche Hauterkrankung zeigt sich in einem Ausschlag um den Mund und die Augen, eine Ursache ist "Überpflegung". Deswegen wird die Krankheit auch als "Kosmetikallergie" bezeichnet, obwohl keine Allergie vorliegt. Die akneähnliche Entzündungskrankheit Rosazea, auch Couperose genannt, das "anfallsartige Erröten", wird von Stress, extremen Temperaturen, Alkohol und Koffein sowie ebenfalls durch ungeeignete Pflege ausgelöst.

Sonnenallergie und Schuppenflechte
Weitere bis zu eineinhalb Millionen Österreicher leiden den Angaben zufolge unter trockener Altershaut. Von Sonnenallergie sind in etwa ebenso viele Menschen betroffen. Rund eine halbe Million haben Neurodermitis (atopisches Ekzem), bis zu 400.000 Psoriasis (Schuppenflechte), fast genauso viele - Jugendliche und Erwachsene - haben Akne. Für all diese Probleme gilt: "Neben medizinischer Versorgung braucht kranke Haut eine Basispflege", sagte Heike Fesq. "Sie soll die angegriffene Schutzschicht wieder aufbauen."

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Die besten Ernährungstipps
Die meisten Hauterkrankungen äußern sich als chronische Entzündungen. Antioxidantien wie bestimmte Vitamine und Spurenelemente können, in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt, die entzündlichen Prozesse günstig beeinflussen.

Vitamin A (Retinol) ist wichtig für den Aufbau der Haut. Viel davon enthalten Leber, Vollmilch, Butter, Käse und Eier. Als Vitamin-A-Vorstufe, z. B. Beta-Karotin, findet man den Radikalfänger in Karotten, Spinat, Paradeisern und Marillen.

Vitamin C fördert den Heilungsprozess. In besonders großer Menge kommt es in Zitrusfrüchten und Sanddorn vor.

Vitamin E schützt die Hautzellen vor freien Radikalen und hilft dem Immunsystem. Es wird über Sonnenblumenöl, Getreidekeime, Nüsse und Lachs eingenommen.

Das Spurenelement Selen, ebenfalls ein Radikalfänger, isst man mit Fleisch, Fisch und Nüssen. Zink fördert die Zellerneuerung. Besonders reich daran sind Linsen, Bohnen, Fleisch, Käse und Haferflocken.

Folsäure stimuliert die Wundheilung. Viel davon findet man in Spargel, Paradeisern, Kohl und Vollkornprodukten.

Biotin (oder Vitamin H) unterstützt die Regeneration der Haut. Gute Lieferanten sind Sojabohnen, Nüsse, Spinat und Champignons.

Neben der "Pflege von innen" kann man auch durch die Vermeidung von Reizen die Haut beruhigen. Auf heiße Bäder, scharfe Speisen, Alkohol und Sonne sollte man verzichten. Von weniger Stress, gesunder Bewegung und genügend Schlaf profitiert auch die Haut. Heilpflanzen die entzündungshemmende Stoffe enthalten, sind beispielsweise Weidenrinde und Brennnessel (als Tee) und adstringierend wirkender Schwarztee (als kalter Umschlag).

Foto: (c) sxc


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