27. Mai 2009 08:18

Test 

Wie hoch ist Ihr Brustkrebs-Risiko?

Schockdiagnose Brustkrebs. So können Sie vorbeugen und Ihr Brustkrebs-Risiko einschätzen. Machen Sie den Test!

Wie hoch ist Ihr Brustkrebs-Risiko?
© Getty Images

Sie wurde nur 50 Jahre alt. Vier Jahre lang kämpfte die deutsche Schauspielerin Barbara Rudnik tapfer gegen ihren Brustkrebs, sprach davon, sich „die bösartigste Krebsart ausgesucht zu haben, die es gibt“ und dass es ein täglicher Kampf ums Überleben wäre. Schließlich endete Rudniks tapferer Kampf letztes Wochenende in einer bayerischen Klinik in Wolfratshausen. Die tückische Krankheit hatte schlussendlich doch gesiegt...

Aktiv gegen Brustkrebs
Schockdiagnose Brustkrebs – auch hierzulande geht die Angst um. Völlig zu Recht, ist doch bereits jede achte Österreicherin im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert, jährlich wird rund 5.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs gestellt. Die gute Nachricht: Wir sind dieser Krebsart nicht hilflos ausgeliefert, können aktiv etwas dagegen tun. Durch regelmäßiges Abtasten können Knoten rechtzeitig ertastet werden, die Mammografie-Untersuchung (Ärzte mit Mammografie-Zertifikat in der Suchmaschine von www.krebshilfe.net, bei Mammografie-Befund unbedingt auf sogenannte BIRADS-Kriterien achten!) ist ab dem 40. Lebensjahr ein unbedingtes Must und kann überlebenswichtig werden.

11 Tipps des Brust-Experten
Der bekannte Brustkrebs-Spezialist und Präsident der Österreichischen Krebshilfe Paul Sevelda, weiß, dass niemand dem Schicksal Brustkrebs hilflos ausgeliefert ist, die schwere Krankheit aktiv beeinflusst werden kann. So können auch Sie Ihr Brustkrebs-Risiko einschätzen…

1 Ist Brustkrebs vererbbar?
„Nur 5 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt, bei mehr als 90 Prozent der Erkrankungen gibt es keine genetische Veranlagung. Es gibt also keine Frau, die sicher sagen kann: ,Mich trifft es ohnehin nicht, weil in meiner Familie bisher kein Brustkrebsfall aufgetreten ist!'“, warnt Sevelda.

2 Erhöht Übergewicht das Brustkrebs-Risiko?
„Ja, Frauen mit Übergewicht tragen sogar ein doppeltes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken! Dabei spreche ich nicht von fünf Kilo mehr, das spielt keine Rolle. Aber bei einem Body Mass Index von 30 und darüber ist das Risiko doch deutlich erhöht!“

3 Kann man sich durch richtige Ernährung schützen?
„Nein, eigentlich nicht – außer eben, dass man versuchen sollte, Übergewicht zu vermeiden. Fettleibigkeit erhöht übrigens nicht nur das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, sondern spielt auch bei Dickdarmkrebs- , Herzinfarkt und natürlich Zucker-Erkrankungen eine große Rolle!“

4 Gibt es ein typisches Risikoalter für Brustkrebs?
„Ja, zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr ist der Häufigkeitsgipfel dieser Erkrankung, ab dem 40. Lebensjahr kommt Brustkrebs generell öfter vor.“

5 Man sagt, späte Wechseljahre erhöhen das Brustkrebsrisiko?
„Je jünger man bei der ersten Regelblutung war und je später die Wechseljahre einsetzen, desto größer ist das Risiko; also erste Regelblutung mit 11 und Wechseljahre mit 55: höheres Risiko; und erste Regelblutung mit 16 und frühe Wechseljahre mit 45: geringeres Risiko. Aber das sind Faktoren, die natürlich niemand selbst beeinflussen kann!“

6 Erhöhen Hormonersatztherapien das Brustkrebsrisiko?
„Die kombinierte Hormonersatztherapie mit Gestagen und Östrogen bedingt ein etwas erhöhtes Brustkrebsrisiko, die alleinige Östrogen-Ersatztherapie nicht. Erstere verabreicht man Frauen deshalb nur noch bei wirklich starken Wechselbeschwerden.“

7 Erhöht Alkoholkonsum das Brustkrebs-Risiko?
„Ja, übermäßiger Alkoholgenuss erhöht auf jeden Fall das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das Achterl Rotwein am Abend ist es nicht, aber vor allem harte Getränke und generell alles, was über ein Viertel hinausgeht.“

8 Fördern Silikonimplantate die Brustkrebs-Gefahr?
„Nein, Silikonimplantate erhöhen das Risiko nicht. Es behindert auch nicht bei den Vorsorgeuntersuchungen, denn die frühere, erschwerte Diagnostik bei der Mammografie ist heutzutage kein Thema mehr, weil man das Silikon unter dem Brustmuskel einsetzt.

9 Kann ich irgendetwas aktiv gegen Brustkrebs tun?
„Ja, natürlich! Regelmäßige, körperliche Bewegung halbiert (!) sogar das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken! Ich spreche jetzt nicht nur von Sport, sondern von einfacher Bewegung, wie spazieren oder wandern gehen. Ungefähr 3- bis 4-mal/Woche für ca. 1 Stunde.“

10 Spielt die Brustgröße eine Rolle?
„Nein, überhaupt nicht. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Brustgröße und dem Risiko einer Brustkrebserkrankung!“

11 Ab wann sollte man zur Mammografie?
„Als Faustregel gilt: Regelmäßig ab dem 40. Lebensjahr, in zweijährigem Abstand zur Mammografie!“

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So hoch ist Ihr Brustkrebs-Risiko!

1. Gab es Brustkrebsfälle in Ihrer näheren Verwandtschaft?
- Ja
- Nein

2. Sind Sie bereits im Wechsel und nehmen Hormonpräparate?
- Ja
- Nein

3. Sind Sie kinderlos und/oder haben nie gestillt?
- Ja
- Nein

4. Hat Ihre Periode vor dem 12. Lebensjahr eingesetzt?
- Ja
- Nein

5. Sind Sie stark übergewichtig und haben einen BMI über 30?
- Ja
- Nein

6. Sind Sie weniger als zweimal pro Woche körperlich aktiv?
- Ja
- Nein

7. Trinken Sie täglich mehr als 2 Gläser Wein oder 2 Gläser Bier?
- Ja
- Nein

8. Sind Sie älter als 55 Jahre?
- Ja
- Nein

9. Vergessen Sie immer wieder, Ihre Brüste regelmäßig abzutasten?
- Ja
- Nein

10. Halten Sie Mammografie für überflüssig?
- Ja
- Nein

Auflösung
Weniger als 3 Ja-Antworten:

Ihr Brustkrebs-Risiko ist sehr gering, vor allem wenn Sie sehr viel Bewegung machen und dadurch auch normalgewichtig sind.

4 - 6 Ja-Antworten:
Sie haben ein mittleres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Wichtigste Vorbeugemaßnahme: Testen Sie nach jeder Periode Ihre Brüste auf Knötchen hin ab.

Ab 7 Ja-Antworten:
Sie zählen leider zu der Brustkrebs-Risikogruppe. Ab 40 Jahren: Regelmäßig zur Mammografie!

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Vor dem Spiegel
Sehen Sie Ihre Brust an und kontrollieren Sie die Größe und Form Ihrer Brüste, eventuelle Veränderungen der Haut und der Brustwarzen. Die Arme über den Kopf, Brustwarzen müssen gleich hoch stehen.

Im Liegen
Rücken über einem Kissen nach hinten durchbiegen. Arm der Seite, die untersucht werden soll, stark nach oben hinten heben. Die aufliegende Brust mit den Fingerflächen der gegenseitigen Hand ringsum abtasten.

Unter der Dusche
Fühlen Sie Ihre Brust mit aneinander liegenden Fingern Ihrer anderen Hand streichend-tastend ab, ohne einen Bereich auszulassen. Untersuchen Sie auch Ihre Achselhöhlen, um die Lymphdrüsen zu kontrollieren.


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