15. September 2008 09:51

Genforscher sagen 

Wir werden alle bald 150 Jahre alt!

Genforscher provoziert mit neuen Thesen üder das Altern. Menschen werden bald 150 Jahre. Auch ewiges Leben ist möglich.

Wir werden alle bald 150 Jahre alt!

Bei der Maus hat es schon geklappt. Durch Austricksen eines Gens wurde die Lebenserwartung der Nager um 50 Prozent gesteigert. Ist nun der Mensch dran? Ist unendliches Leben bald möglich? Genforscher und Bestseller-Autor Markus Hengstschläger sagt in seinem neuen Buch Ja.

Unendliches Leben?
Wer, wenn nicht er kann die Frage, ob wir in Zukunft 120, 150 Jahre oder sogar unendlich leben am besten beantworten. Denn Buchautor Markus Hengstschläger ist nicht nur Österreichs bekanntester Gen-Forscher, sondern besitzt quasi auch einen direkten Draht zu Gott. Denn der erst 40-jährige Universitätsprofessor zählt zum elitären Kreis der Berater des Papstes in Wissenschaftsfragen. Und im Vatikan gibt es wohl keine Zweifel darüber, ob es ein „ewiges Leben“ gibt oder nicht ...

Aber klar, so simpel sieht das der zweifache Vater naturgemäß nicht. „Es ist nicht nur eine Frage, ob wir unendlich leben können, sondern auch eine Frage des Wie“, sagt Hengstschläger. „Wie alt wollen wir werden?“

Erste Beweise
Erste Beweise, dass das Leben in Zukunft vielleicht kein Limit mehr hat, erbrachte die Wissenschaft in den letzten Jahren bereits. „Durch die Veränderung von nur einem Gen konnte die Lebenserwartung der Maus gleich um 50 Prozent gesteigert werden. Und der Organismus der Maus ist dem Menschen sehr ähnlich“, sagt der Wiener Gen-Forscher.

Ein Kind, das heute geboren wird, hat bereits ohne Gentechnik eine 1:1-Chance, 90 Jahre alt zu werden. Eine Lebenserwartung von 150 Jahren wird schon bald Realität werden. Doch Hengstschläger geht in seinem neuen Buch noch weiter: „Die Theorie, dass es eine endliche Lebensspanne für Menschen gibt, gilt als überholt. In einigen hundert Jahren ist es sehr wahrscheinlich, dass wir unendlich lang leben.“

Alter austricksen
Allerdings mit erheblichem Aufwand: Altern ist, nüchtern betrachtet, nichts anderes als die Folge von Fehlern und diese muss man mittels Hightech-Medizin wie Organtransplantationen, Stammzellentherapie oder Gen-Technik beseitigen.

Also: Der Organismus wird behandelt wie das Auto in der Garage: Tritt ein Fehler auf, wird repariert.

Hier überrascht der Vorzeigewissenschafter mit einem philosophischen Ansatz. In welchem Lebensstadium startet man, das Altern auszutricksen? Mit 20, 30 oder 40? „Theoretisch wird es möglich sein, ewig zu leben. Aber ich wünsche es mir nicht“, so Hengstschläger.

Warum?
„Viele Probleme würden auf uns zukommen. Die Fortpflanzung müsste eingestellt werden. Es würde keine Generationen mehr geben. Und unsere Werte wie Treue, Liebe oder Loyalität sind auf Endlichkeit aufgebaut“, sagt Hengstschläger. Der Gedanke dahinter: Wer unendlich lebt, hat ewig Zeit, ein Versprechen einzulösen.

Und: Wir müssten immer wieder unser Gehirn entrümpeln, denn es hat Grenzen. „Solange wir uns kein zweites oder drittes Gehirn umschnallen können, haben wir nur das eine. Stellt sich die Frage: Wenn Menschen unendlich alt werden, welchen Zeitraum kann mein Gehirn behalten? Muss ich dann eines Tages, um einkaufen gehen zu können, meine Kinder vergessen?“

Der neue Bestseller: "Endlich unendlich"
Der Autor und Gen-Forscher Markus Hengstschläger zählt zu den besten Wissenschaftlern Österreichs. Er schafft es, wissenschaftliche Themen auf ironische Weise zu erklären. Sein erstes Buch „Die Macht der Gene“ war bereits ein Bestseller. Im neuen Buch „Endlich unendlich“ (erschienen im ecowin-Verlag, um 19,95 Euro) beantwortet er alle Fragen rund ums Altern.


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