09. Mai 2008 11:06

Umfrage 

Gefahr durch Zecken wird unterschätzt

Zwei Drittel der Österreicher wurden schon einmal von einer Zecke gestochen. Impfen schützt!

Gefahr durch Zecken wird unterschätzt
© dpa

Zecken sind lästige Blutsauger und Überträger der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die meist zu einer Gehirnhautentzündung führt. Laut einer aktuellen Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) und der Basler Versicherung wurden knapp zwei Drittel der Österreicher schon einmal gestochen. Jedoch wusste mehr als ein Drittel der Befragten nicht, was FSME ist.

39 Prozent kennen FSME nicht
54 Prozent der insgesamt 1.000 Umfrageteilnehmer konnten richtigerweise sagen, dass FSME meist zu einer Gehirnhautentzündung führt, oder kannten die volle Krankheitsbezeichnung. Sieben Prozent brachten FSME mit Zecken oder einem Impfstoff in Verbindung, konnten dies jedoch nicht näher ausführen. 39 Prozent konnten mit der Abkürzung nichts anfangen.

Grippeähnliche Symptome
"Nicht jede Zecke ist Träger der gefährlichen FSME-Viren. Ist sie aber infiziert, nimmt mit jeder Minute die Gefahr der Erregerübertragung und damit einer Erkrankung zu, erklärte Martin Millauer, Facharzt für Innere Medizin und Vorsorgereferent der Ärztekammer Steiermark. FSME beginnt in einer ersten Phase mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Nackensteifigkeit oder Gelenkschmerzen. Nur jeder zweite der Befragten konnte zumindest einige dieser Symptome nennen.

Keine Therapie
In einer zweiten Phase kommt es je nach Schwere der Erkrankung zu einer Gehirnhautentzündung, bei Beteiligung des Gehirns und des Rückenmarks auch zu Lähmungen und zu schweren Beeinträchtigungen. "Eine Therapie ist derzeit nicht möglich, sondern nur eine Linderung der Symptome", erklärte Millauer. Im Extremfall kann FSME sogar tödlich enden.

Impfen schützt
Vor der Krankheit kann man sich mit einer Impfung schützen. 18 Prozent der Befragten waren nicht geimpft, 14 Prozent ließen ihre Kinder nicht durch eine Injektion schützen. Als Grund für die Nicht-Impfung meinten 40 Prozent der Befragten, dass sie nicht in Zeckengebiete oder "selten raus" gehen. 17 Prozent sind "einfach so" oder aus Faulheit nicht geimpft und weitere 15 Prozent sprachen sie generell gegen Impfungen aus oder haben die Auffrischung vergessen. Jeder Zehnte hielt einen Zeckenstich für sehr unwahrscheinlich. "Entgegen der allgemeinen Meinung sind Zecken aber nicht nur in Wäldern anzutreffen, sondern mittlerweile auch in Städten verbreitet", warnte Rupert Kisser vom KfV.

Alle fünf Jahre auffrischen
Die FSME-Impfung besteht aus drei Teilimpfungen, nach der letzten sollte alle fünf Jahre eine Auffrischungsimpfung erfolgen. Ab einem Alter von 60 Jahren wird die Auffrischungsimpfung alle drei Jahre empfohlen, da das Immunsystem im Alter geschwächt und der Impfschutz daher verkürzt ist.


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