29. September 2007 15:33

Streit 

ATV droht Frequenzentzug

Die Medienbehörde KommAustria könnte dem Privatsender ATV die analogen Frequenzen entziehen.

ATV droht Frequenzentzug
© Gepa

ATV-Mehrheitseigentümer Herbert Kloiber sträubt sich gegen die Digitalisierung. Wie die Tageszeitung "Kurier" am Samstag schreibt, weigert er sich im Vorfeld der Abschaltung der analog-terrestrischen Ausstrahlung in Ostösterreich, die ATV-Frequenzen zurückzugeben. "Wir haben ein vertraglich fixiertes Nutzungsrecht an diesen Frequenzen, das was man uns ersatzweise anbietet, nämlich die terrestrische Digitalisierung, hat sich bisher als erfolglose Aktion herausgestellt", so Kloiber.

Weiters moniert der Medienmanager die "Fantasiepreise" der ORF-Sendetechniktochter ORS für die digital-terrestrische Verbreitung. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" hat die Medienbehörde infolge Kloibers Konfrontationskurs bereits ein Frequenzentzugsverfahren gegen ATV eingeleitet. Diese Information bestätigte am Samstag auch ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer gegenüber der APA.

Verfahren läuft
Laut Rundfunkgesetz können jenen Sendern die analog-terrestrischen Frequenzen entzogen werden, die doppelt - also über den Multiplexer auch digital-terrestrisch - verbreitet werden und über die digitale Ausstrahlung über 70 Prozent der TV-Haushalte erreichen können. Branchenkenner gehen davon aus, dass die KommAustria das Frequenzentzugsverfahren in wenigen Wochen über die Bühne bringen kann.

Ein Einspruch Kloibers und der Gang in die zweite Instanz könnte keine aufschiebende Wirkung haben, weshalb dem Abschaltungstermin am 22. Oktober nichts im Weg stehen dürfte. Laut Wagenhofer werde es auch insofern keinen Verzug geben, weil die ORS, sollte ATV die Frequenzen tatsächlich nicht zurückgeben, für Digital-TV auf andere Frequenzen zurückgreifen werde.




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