23. August 2007 15:03

ORF bestätigt 

Aus für Talkformat Extrazimmer

Jetzt ist es offiziell: Die Diskussionsendung "Extrazimmer" wird eingestellt, bestätigt ORF-Boss Alexander Wrabetz.

Aus für Talkformat Extrazimmer
© ORF/Günther Pichlkostner

Das umstrittene ORF-Talk-Format "Extrazimmer" wird endgültig eingestellt. Dies bestätigte ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz am Donnerstag. Die Sendung, die jeweils Mittwoch-Spätabend zu sehen war, habe "die Erwartungen nicht in ausreichendem Maß erfüllt. Das 'Extrazimmer' wird deshalb nicht fortgesetzt. Im Herbst startet eine neue Diskussionssendung", sagte Wrabetz.

Dem Aus für den Talk war ein Tauziehen um die Programmierung vorangegangen. Am Dienstag gab die ORF-Pressestelle kurzfristig die Absetzung der aktuellen Ausgabe des "Extrazimmers" bekannt und kündigte stattdessen einen arktischen Themenabend an. Nachdem am Donnerstag die Quotenbilanz der Programmänderung analysiert worden war, wurde das "Extrazimmer" schließlich endgültig versenkt. Seherzahlen und Marktanteile für "Weltjournal spezial" und "Weltjournal Talk" lagen - auch ohne prominenter Besetzung - über jenen des "Extrazimmers".

"Man hat gestern gesehen, dass man mit sehr ernsten und seriösen Gesprächen über ernste Dinge auch sehr gute Erfolge erzielen kann", so Wrabetz. "Wir haben uns daher entschieden, nicht einen Relaunch beim 'Extrazimmer' vorzunehmen, sondern im Herbst gleich einen neuen Talk zu starten. An seiner Vertrauensbasis zu Programmdirektor Wolfgang Lorenz ändere sich deshalb nichts. Schon bei der wenig erfolgreichen Daily-Sitcom "Mitten im Achten" (MiA) zog Wrabetz die Entscheidung für die Einstellung der Serie gegen seinen Programmdirektor durch.

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Lorenz: Efolge versus Misserfolge
Ob Wrabetz auch beim Aus für das "Extrazimmer" zum Instrument der Weisung greifen musste, lässt er offen. "Interne Vorgänge kommentiere ich nicht. Ich trage als Alleingeschäftsführer die Verantwortung und habe entschieden." Es gebe viele Dinge, die Wolfgang Lorenz ganz hervorragend gemacht habe. Als Beispiele nannte der ORF-Chef die Serie "Oben ohne", die Direktübertragung des "Life Ball" oder die Qualität der Opernübertragungen. Dass es daneben auch Dinge gebe, die nicht so gut laufen, sei "Business as usual und keine Frage des Grundvertrauens". Fernsehen sei ein "lebendiges Produkt, deshalb wird es immer wieder Änderungen geben".

Nach Wolfgang Lorenz und der Programmdirektion dürfen sich nun Elmar Oberhauser und seine Informationsdirektion am Talk abseits der politischen Diskussion versuchen. Dass es zwischen Lorenz und Oberhauser einen Machtkampf gebe, wie in Medien berichtet worden war, verwies Wrabetz ins Reich der Fantasie. Das wäre eine "bedauerliche Interpretation". Vielmehr gebe es eine "sachbezogene, friktionsfreie Zusammenarbeit fern jedes Machtkampfes". Es habe von Anfang an entsprechende Talk-Konzepte beider Direktionen gegeben. "Wir haben immer gesagt, wir wagen uns an eine neue interessante Format-Idee, wenn sie allerdings nicht funktioniert und ihre Vorgaben nicht erreicht, dann werden wir ein neues Format entwickeln."




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