21. Februar 2008 09:20

ORF-Betriebsrat 

Aus für den letzten Betriebsratskaiser

Die Liste des mächtigen ORF-Betriebsratschefs Heinz Fiedler verliert zwei Mandate. Beobachter werten das Ergebnis als das Ende einer Ära.

Aus für den letzten Betriebsratskaiser
© APA/ Roland Schlager

Kräftige Watschn für den amtierenden ORF-Zentralbetriebsratsobmann Heinz Fiedler. Die Liste des mächtigen und streitbaren Belegschaftsvertreters auf dem Küniglberg verlor bei den Zentralbetriebsratswahlen am Dienstag beinahe die Hälfte der bisherigen Stimmen und zwei ihrer fünf Mandate. Damit stellt die "Liste Fiedler – Die ORF-Partei" im neuen Zentralbetriebsrat nur noch drei der insgesamt elf Mandate. Nach mehr als 40 Jahren
Zugehörigkeit zum ORF zeichnet sich damit auch das Ende der Ära Fiedler ab. „Als Demokrat nehme ich dieses Ergebnis zur Kenntnis. Mit mir muss man immer rechnen“, kommentiert Fiedler gegenüber der APA.

Historisch
„Das ist ein historischer Tag in den Geschichtsbüchern des ORF“, kommentiert eine hochrangige interne Stimme das Ergebnis. „Was auch immer passiert, die Zeiten des letzten Betriebsratskaisers sind vorbei.“

Ursachen
Nach einer internen Analyse, waren für die Niederlage zwei Faktoren ausschlaggebend: Der massive Anti-ORF und Anti-Wrabetz-Kurs der ÖVP. Fiedler wird dem konservativen Lager zugerechnet. Und: Fiedler hatte bei der ORF-Wahl im Sommer 2006 lange an Monika Lindner festgehalten und war erst in letzter Minute zum Wrabetz-Wahlbündnis umgeschwenkt. Die Betriebsräte stellen fünf der 35 stimmberechtigten Stiftungsräte. Fiedlers Liste dürfte nun im obersten ORF-Aufsichtsgremium eines ihrer beiden Mandate an die Liste Unabhängige verlieren.

Gerangel
Indessen stellen die drei mandatsstärksten Listen – Unabhängige (4 Mandate), die SP-nahe Perspektive ORF (3) und Liste Fiedler (3) – den Anspruch auf den Vorsitz im ORF-Zentralbetriebsrat.

Albert Sachs in ÖSTERREICH (21. Februar 2008)




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