12. Februar 2008 14:06

Senderstart 

Austria 9 bastelt an technischer Reichweite

Der österreichische TV-Sender Austria 9 gibt sich mit Seherzahlen derzeit noch zurückhaltend.

Austria 9 bastelt an technischer Reichweite
© Austria 9

Der neue österreichische Privat-TV-Sender Austria 9 gibt zwei Monate nach seinem Start, der fast gänzlich ohne Werbung erfolgte, noch keine Seherzahlen heraus. Man denke zunächst in "Phasen", erst dann in Marktanteilen, meinte Geschäftsführer Conrad Heberling gegenüber der APA. Er sieht vorerst den Aufbau von technischer Reichweite und Distribution als größte Herausforderung. Erst Ende dieses Monats will man mit der gezielten Bewerbung beim Zuschauer starten.

Werbegeld lockt
Hauptgesellschafter Burda (51 Prozent) und die Miteigentümer - Josef Andorfers Andman Media Holding (25 Prozent), Heberling (10 Prozent), Medienpool TV von "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort (9 Prozent) sowie die High View Holding (5 Prozent) - seien vor allem an den zu vergebenden Werbegeldern interessiert. Dass für einen weiteren Sender am Markt Platz sei, zeige die Situation bei den Werbefenstern: "Wenn deutsche Sender mit ihren österreichischen Werbefenstern jährlich rund 200 Mio. Euro generieren - deutlicher gesagt, aus dem österreichischen Markt abziehen -, dann wollen wir an diesem Kuchen partizipieren."

Der Break Even soll innerhalb von zwei Jahren erreicht werden. Geld fließt - in dieser Reihenfolge - durch Werbung, Call-In-Sendungen, Shoppingfenster und Teletext in die Taschen der Investoren.

Nachrichten im Teletext
Auch Zahlen über Aufwände und erwartbare Rückflüsse gibt der Sender nicht bekannt, fest steht: Produziert wird so viel wie möglich außer Haus. Pressebetreuung und Playoutcenter erledigen genauso Fremdfirmen wie die Austro-Quiz-Show, die von Mass response (mrs), einer 100-Prozent Tochter der Telekom Austria, hergestellt wird. Nachrichtensendungen gibt es, weil in der Produktion zu teuer, gar nicht erst. Stattdessen sollen die Seher verstärkt auf die Österreich-Nachrichten im Austria 9-Teletext aufmerksam gemacht werden, betonte Heberling. Das Kernteam bestehe derzeit aus neun Mitarbeitern, aber man wachse "wöchentlich".

"Wir sehen uns als Alternative zu den bestehenden Mitbewerbern", so Heberling, der mit einem Nischenprogramm auftritt: Neben den Call-In und Shopping-Sendungen werden österreichische Heimatfilme mit Romy Schneider oder Peter Alexander gezeigt, daneben sind alte Serienklassiker wie "Akte X" oder der "Bergdoktor" zu sehen.

Vertikale Serien
Wobei diese Schiene "vertikal" aufgestellt ist: Von 18.00 bis 23.00 Uhr sind mehrere Folgen derselben Serie hintereinander zu sehen. Das Konzept komme gut an, meinte Heberling: "Vertikal ist einprägsamer und besser zu merken als horizontal." Am größten sei derzeit die Fangemeinde am "Fiction-Tag" bei "Akte X". Auch das "Österreich Wetter" sei, wie generell die Austro-Schwerpunkte, sehr beliebt. Die besten Quoten habe man - ohne Zahlenangabe - bisher beim 60er Jahre-Spielfilm "Rote Lippen soll man küssen" von Franz Antel verzeichnet.

Werbestart Ende Februar
Aktuell kann rund eine Million Kabel- und Digitalsatellitenhaushalte den Sender empfangen. Bis Jahresende will es Heberling "auf zwei Drittel der möglichen technischen Reichweite" schaffen, bis dahin müsse man noch mit weiteren Netzbetreibern verhandeln. Die Vermarktung liegt bei Goldbach Media. Der Start der Werbemaßnahmen ist Ende Februar geplant.




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