05. Dezember 2007 18:08

ORF-Gebühren 

Bis zu 23 Euro pro Jahr mehr

Ab Juni 2008 soll Fernsehen teurer werden. Nächste Woche stellt der ORF den Antrag zur Gebührenerhöhung.

Bis zu 23 Euro pro Jahr mehr

Fernsehen wird ab Juni nächsten Jahres teurer: 15 bis 23 Euro mehr müssen die Österreicher ab 2008 pro Jahr für das ORF-Programm bezahlen. Nachdem die ORF-Direktoren beschlossen haben, eine Erhöhung der ORF-Gebühren von 1,30 Euro zu beantragen, rollt auf Österreichs Haushalte die nächste Teuerungswelle zu – vorausgesetzt, der ORF-Stiftungsrat stimmt am 13. Dezember dem Erhöhungsantrag von ORF-Boss Alexander Wrabetz zu. Zur mit 1. Juni 2008 geplanten Netto-Erhöhung von 1,30 Euro pro Haushalt und Monat kommen noch Steuern und Abgaben hinzu.

Für alle Gebührenzahler gilt: Zu den 1,30 Euro, die ab Juni 2008 pro Monat auf die aktuelle ORF-Gebühr aufgeschlagen werden sollen, kommen weitere 13 Cent an Umsatzsteuer hinzu. Macht in Summe eine Steigerung von 1,43 Euro pro Monat oder 17,16 Euro pro Jahr aus.

Doch diese „Minimal“-Erhöhung gilt nur für Ober­österreicher, Vorarlberger, Kärntner und Burgenländer. In allen anderen Bundesländern wird noch ein Betrag auf die erhöhte ORF-Gebühraufgeschlagen.

Teure Steiermark
In Wien, Niederösterreich, Salzburg, der Steiermark und Tirol kommt ein zusätzlicher Betrag hinzu, da sich in diesen fünf Bundesländern die sogenannte Landesabgabe, die in den ORF-Gebühren enthalten ist, prozentuell aus diesen berechnet. In der Steiermark beträgt der monatliche Aufschlag auf die aktuelle ORF-Gebühr dann 2,83 Euro – in Summe haben die Steirer mit 23 Euro pro Jahr die größte Erhöhung zu verkraften. Kärnten und das Burgenland heben hingegen eine fixe Landesabgabe ein. Oberösterreich und Vorarlberg verzichten auf diesen Teilbetrag. Durch die verschiedenen Abgaben fließen pro Jahr rund 214 Millionen Euro aus den ORF-Gebühren an Bund und Länder.

ORF will 118 Millionen sparen
Zwischen 2008 und 2010 plant der ORF Einsparungen in Höhe von 118 Millionen Euro vor allem in den Bereichen Personal und Programm. Das geht aus dem an die Mitglieder des Stiftungsrats versandten Antrag auf die Gebührenerhöhung hervor. Wird das höhere Entgelt genehmigt, rechnet der Sender für 2008 mit einem Verlust von „nur“ 17,4 Millionen Euro, der aus Rücklagen gedeckt werden soll.

Für 2009 ist im Finanzplan ein knappes Plus vorgesehen. Diese schwarzen Zahlen sind allerdings nur zu erreichen, wenn 47 Millionen gegenüber 2008 eingespart werden. 2010 müssen wegen erhöhter Kosten (Fußball-WM in Südafrika, Winterolympiade in Vancouver) sogar 61 Millionen Euro gespart werden – trotzdem steht dann wieder ein Verlust von 15 Millionen Euro im Plan.

Künftig jedes Jahr teurer
Medienministerin Doris Bures (SP) kann sich eine jährliche Anpassung der ORF-Gebühren an die Inflationsrate vorstellen. ÖVP-Mediensprecher Franz Morak hingegen hält den aktuellen ORF-Gebührenantrag für „unglaublich“ und spricht vom „zur Kasse bitten“.

Albert Sachs in ÖSTERREICH (6. Dezember 2007)




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