15. April 2008 13:57

Psychothriller 

Brutaler Serienmörder fesselt die Massen

Durchschnittlich 799.000 sahen am Montagabend den ORF-Psychothriller "Das jüngste Gericht", Wrabetz weist Kritik an Jugendverträglichkeit zurück.

Brutaler Serienmörder fesselt die Massen
© ORF

Ein religiös-fanatischer Serienkiller, der seine Opfer auf brutale Weise niedermetzelt und verstümmelt, dürfte interessanter sein, als Romantik a'la Pilcher oder etwa die "Millionenshow". Diese Erfahrung machte der ORF am Sonntag und Montag mit dem zweiteiligen Psychokrimi "Das jüngste Gericht". Das grausame Finale sahen sich am Montagabend auf ORF 1 fast 800.000 Österreicher an. Am Sonntag sahen sich im Schnitt 759.000 Zuseher die Hinrichtung von Tobias Morettis Filmsohn Oliver an.

Großes Interesse am "Jüngsten Gericht"
Die am Sonntag zeitgleich auf ORF 2 ausgestrahlte Romanze "Vier Tage Toskana" begeisterte "nur" 677.000 Menschen, und Armin Assinger konnte mit der "Millionenshow" am Montag immerhin 719.000 Seher vor den Fernseher fesseln. Beim "Jüngsten Gericht" war das Interesse in der jungen Zuschauergruppe besonders groß: Ein Drittel der Zwölf- bis 49-jährigen Fernsehzuschauer sah sich laut ORF-Aussendung die ORF-RTL-Koproduktion an. Bei den jungen Männern bis 29 Jahre lag der Marktanteil sogar bei 46 Prozent.

Zweifel am Zweiteiler
Im ORF-Publikumsrat war am Montag Zweifel an der Jugendfreundlichkeit jenes Zweiteilers aufgekommen, bei dem Menschen nicht nur getötet, sondern übel zugerichtet werden. Den Bedenken des ÖVP-nahen Andreas Kratschmar hatte ORF-Chef Alexander Wrabetz entgegengehalten, dass der Thriller vom Jugendschutzbeauftragten für Ab-Zwölf-Jährige freigegeben wurde. Der ORF habe sogar - im Gegensatz zur zeitgleich ausgestrahlten Version auf RTL - auf einige besonders harte Szenen verzichtet, so der ORF-Chef.




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