05. Februar 2009 12:39

Talk-Show 

"Club2" als politischer Aufreger

"Club 2": Wie rechts oder links ist Österreich? Politisches Hickhack. Heftike Kritik aus dem FP-Lager. 156.000 Zuschauer bei Talkshow.

"Club2" als politischer Aufreger
© ORF

Der "Club 2" zum Thema "Wie rechts ist Österreich" sorgte am Mittwoch schon im Vorfeld wegen diverser Absagen eingeladener Talk-Gaste für Diskussionen. Umso heftiger fallen sie nachher aus. Mit 156.00 Zuschauern und 19 Prozent Marktanteil erreichte er auch eine respektable Quote.

Pauschale Diffamierung und beleidigende Äußerungen
"Die unverschämten und pauschalierenden Diffamierungen, dass österreichische Familien Horte des Nationalismus und Alkoholismus sind, sind aufs Schärfste zurückzuweisen", kommentiert Walter Rosenkranz, freiheitliche Bildungssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen Unterrichtsausschusse, Aussagen von "Club 2"-Diskutantin Ruth Beckermann. Rosenkranz sieht darin "beleidigende Äußerungen".

Und weiter: "Was Frau Beckermann klar und deutlich zum Ausdruck gebracht hat, war, dass linke Politik auf jeden Fall die Zerstörung familiärer Strukturen verfolgt. Vor diesem Hintergrund ist die gesamte sozialistische Bildungspolitik in Österreich beispielsweise auch der geplante Kindergartenzwang, in Frage zu stellen."

Mölzer: Skandalöse Diffamierung der FPÖ im ORF
Ähnlich die Reaktion von EU-Abgeordneten Andreas Mölzer (FP), selbst als teilnehmer im "Club 2", am Tag nach der Sendung: Mölzer weist die Äußerungen Beckermanns "aufs schärfste zurück". "Wenn Frau Beckermann meint, Kinder müssten wegen der angeblichen Neigung der Österreicher zu rechtem Gedankengut in Betreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen gesteckt werden, um zu verhindern, dass dieses in der Familie weitergegeben werde, dann war dies einer der skandalösen Höhepunkte der Sendung. Nicht minder skandalös war Beckermanns Wortspende, wonach wegen häufigem Alkoholismus in den Familien eine neue Generation von Rechtsextremisten herangezüchtet werde, weshalb die Kinder ihren Eltern zu entziehen wären", erklärte Mölzer. Und er vergißt nicht zu betonen, dass es Beckermann um eine "jüdische Filmemacherin" handelt.

Mit Familien eine Problem
Was Frau Beckermann im "Club 2" von sich gab, sei, so der freiheitliche EU-Mandatar, eine Pauschalverurteilung und Beleidigung der österreichischen Familien gewesen. "Aber offenbar hat sie mit den Familien ein Problem, weil die FPÖ eine betont familienfreundliche Politik vertritt und für konservative Werte eintritt".

FPÖ und NS-Regime
Ebenfalls aufs schärfte wies Mölzer den von Beckermann getätigten Ausspruch zurück, wonach "sie (Mölzer und die FPÖ, Anm.) die Nachfahren des verbrecherischsten Regimes des letzten Jahrhunderts sind". "Hier wurden im öffentlich-rechtlichen ORF freiheitliche Politiker und die FPÖ auf eine Stufe mit dem NS-Regime gestellt. Wegen dieser skandalösen Diffamierung einer demokratisch legitimierten Partei sind bei mir und der FPÖ seit der Sendung zahllose Protest-SMS, Anrufe und E-Mails eingegangen", formuliert freiheitliche Politiker.

Zudem meint Mölzer, dass die Absicht des ORF, mit dem "Club-2" ein Anti-Martin-Graf-Tribunal zu veranstalten, trotz "der merkwürdigen Einladungspolitik des Staatsfunks gründlich misslungen". Mölzer weiter: "Denn die beiden anwesenden Damen haben sich als ultralinke Hassprediger erwiesen, sodass sich die Zuseher ein entsprechendes Bild machen konnten."

Bodenlose Frechheit
Auch Anneliese Kitzmüller, Familiensprecherin des FPÖ-Parlamentsklubs und Landesparteiobmann-Stellvertreterin der FPÖ Oberösterreich, schlägt in dieselbe Kerbe. Die Nationalratsabgeordnete bezeichnet die Aussagen Beckermanns als "bodenlose Frechheit". Kitzmüller: "Ich verwehre mich massiv dagegen, dass österreichische Familien Horte des Nationalismus und Alkoholismus sind."

Linke Familienpolitik
"Aus den Wortmeldungen von Frau Beckermann schließe ich, dass oberstes Ziel linker Familienpolitik ist, die familiären Strukturen zu zerstören. Getreu dem Motto 'Von der Wiege bis zur Bahre, nur Sozialismus ist das Wahre' wollen die linken Ideologen die Kinder bereits im Kleinkindalter beeinflussen können", so Kitzmüller. Beckermann verfolge mit ihren Aussagen as das Zie, "dass Mütter zwar noch gebären dürfen, aber die Kindererziehung und Ausbildung gänzlich außer Haus gegeben werden sollen. Das entspricht nicht dem freiheitlichen Familienbild. Was kommt als Nächstes? Pränatale Kinderstuben?"

"Frau Beckermann wäre gut beraten, ihre diffamierenden Pauschalierungen sofort zurück zu nehmen. Ich bin davon überzeugt, dass vielen Zusehern jedoch angesichts dieser Unverschämtheiten klar geworden ist, dass die linke Ideologie - vor allem im Bereich der Familienpolitik - in Frage zu stellen ist", schloss Kitzmüller.

Kritik an der Einladungspolitik
Schließlich meldet sich Martin Graf, um den es in dem Club 2 weitgehend ging, zu Wort. Der Dritte Nationalratspräsident (FP) äußerte sein "Befremden über die Einladungspolitik des ORF". Graf: "Es ist ausgesprochen eigenartig, über jemanden eine Sendung zu machen, ohne diese Person einzuladen oder überhaupt nur zu kontaktieren." Dies sei ein abzulehnender Stil.

Graf kritisierte auch den vom ORF gestalteten und im Vorspann des Club2 gezeigten Beitrag, der voller Unwahrheiten und tendenziös und unseriös gewesen sei. "Zur Sendung selbst möchte ich mich nicht äußern. Jeder Zuseher und Staatsbürger konnte sich gestern ein Bild machen, mit welchen Mitteln man versucht, meine Person und damit auch mein Amt anzupatzen."




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