29. Dezember 2008 13:10

Ausblick 

Das bringt das Medienjahr 2009

Im April fällt die Entscheidung über die Zukunft des ORF, Alexander Wrabetz legt dann ein Konzept für den künftigen Standort vor.

Das bringt das Medienjahr 2009
© TZ Oesterreich Juvan Norbert

Das Medienjahr 2009 wird voraussichtlich vor allem die Printbranche auf Trab halten: Moser Holding und Styria Medien AG wollen im Jahr 2009 ihren österreichweiten Gratis- und Anzeigenring schließen und damit mehr Leser erreichen, als die "Kronen Zeitung". Letztere erhält mit "Live" ein neues Beiblatt. Für den ebenfalls zur Mediaprint gehörenden "Kurier" bedeutet das, dass er ein eigenes TV-Supplement sowie ein Sonntagsmagazin starten wird. Überlegungen für den Sonntag gibt es auch bei der "Presse", die Pläne für eine siebente Ausgabe in der Schublade hat. Im ORF steht im Frühjahr die Entscheidung über die mittelfristige Unternehmensstrategie an, an der nicht zuletzt die Zukunft von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und seines Geschäftsführungsteams hängt.

Gratiszeitungen für ganz Österreich
Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung") und die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "WirtschaftsBlatt") wollen im Jahr 2009 ihren bundesweiten Gratiszeitungs- und Anzeigenring starten. Eine offene Baustelle gibt es noch in Vorarlberg, wo die Verlage über ein Kooperationsmodell mit dem Vorarlberger Medienhaus von Eugen A. Russ nachdenken. In Wien wurde die Lücke mit der Bezirkszeitung geschlossen - in Oberösterreich hat die Moser Holding kürzlich die "Oberösterreichische Rundschau" zur Gänze übernommen. Sie wird ab Jänner durch die Gratisprodukte "Rundschau am Sonntag" und "Bezirksrundschau am Donnerstag" ersetzt. Im Zuge dessen verlieren mehr als 100 Beschäftigte der bisherigen "Rundschau" ihre Stelle.

Presse auch am Sonntag?
Bei der "Presse" denkt man seit längerem über eine Sonntagsausgabe nach. Eine endgültige Entscheidung dürfte Styria-Vorstandsvorsitzender Horst Pirker am Anfang des Jahres treffen.

Die Finazen des ORF
Im Februar muss ORF-Chef Wrabetz erstmals das mittelfristige Struktur- und Strategiekonzept dem Finanzausschuss des Stiftungsrats vorlegen. Dabei geht es vor allem darum festzulegen, wo der ORF im Jahr 2015 stehen soll und welche Bereiche geändert, angepasst oder neu aufgestellt werden müssen. Bleiben dürfte es bei den angekündigten Ausgliederungen diverser Unternehmensbereiche, unter anderem des Radio-Symphonieorchesters. Eine Entscheidung wird auch in der Standortfrage erwartet. Das Konzept soll dem ORF-Stiftungsrat am 2. April zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Davon, ob Wrabetz hier eine Mehrheit bekommt, könnte auch der Verbleib der Geschäftsführung abhängen - so hat es zuletzt zumindest Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (S) angedeutet.

ORF lässt wieder die Puppen tanzen
Im Programm setzt der ORF im kommenden Frühjahr mit einer weiteren Staffel "Dancing Stars" erneut auf tanzende Prominente (Start ab 6. März), Puls 4 kopiert ab 8. Jänner den Quotenbringer des deutschen Mutterkonzerns ProSieben und sucht "Austria's Next Topmodel".

EU prüft ORF
Die neu bestellte Regierung muss sich Anfang des Jahres mit der EU in Sachen ORF-Finanzierung auseinandersetzen - der Endbericht des EU-Beihilfeverfahrens wird dem Vernehmen nach im April oder Mai erwartet. Es ist davon auszugehen, dass in der Folge das ORF-Gesetz angepasst wird. "Gegebenenfalls ist die Intensivierung der behördlichen Aufsicht über den ORF zu prüfen", hieß es im Regierungsabkommen. Einer Umstrukturierung soll die Medienbehörde unterzogen werden, die künftig aus vier Senaten bestehen wird. Einer davon soll für den ORF, einer für die Privatsender zuständig sein. Zwei weitere Senate gibt es für den Telekommunikationssektor.

Alle Medienbereiche mit Ausnahme von Online dürften im nächsten Jahr die Finanz- und Konjunkturkrise zu spüren bekommen. Die Werbebranche hat ihre Prognosen für die Werbeaktivitäten 2009 in den vergangenen Monaten deutlich nach unten korrigiert.




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