14. Dezember 2007 11:01

Schwarze Liste 

Die EU ächtet Werbetricks

Die EU-Kommission präsentiert eine "Schwarze Liste" mit mehr als 30 unlauteren Werbe-Praktiken, davon zwölf mit verbraucherschädigender Wirkung.

Die EU ächtet Werbetricks
© AFP PHOTO BELGA/ERIC VIDAL

Seit Mittwoch gelten in der EU verschärfte Richtlinien gegen unlautere Werbepraktiken. Auf einer "schwarzen Liste" sind mehr als 30 unzulässige Taktiken und irreführende Angebote festgehalten. Besonderes Augenmerk wird auf zwölf "schmutzige Tricks" gelegt, die nach Auffassung der Europäischen Kommission eine verbraucherschädigende Wirkung haben, wie Lock- oder vermeintlich kostenlose Angebote.

  • Lockangebote: Bezeichnet werden damit Werbungen für besonders preisgünstige Produkte, der Anbieter verfügt darüber allerdings nicht in angemessener Stückzahl.
  • "Kostenlose" Angebote: Trotz Beschreibungen wie gratis oder unentgeltlich müssen vom Verbraucher weitere Kosten getragen werden. Ausgenommen sind Zahlungen für die Abholung/Lieferung.
  • Direkte Aufforderungen an Kinder: An Minderjährige gerichtete Sätze wie "Sag deiner Mama, sie soll dir XY kaufen" sind laut den neuen EU-Regeln nicht erlaubt. Das Verbot galt bisher bereits für TV-Spots und wurde nun auf alle Medien, mit besonderem Augenmerk auf das Internet, erweitert.
  • Falsche Behauptungen: Auf der "schwarzen Liste" sind auch Werbeaussagen vermerkt, die fälschlicherweise eine heilende Wirkung von Produkten versprechen. Als Beispiel gelten Waren, die bei Allergien, Haarausfall oder Übergewicht helfen sollen.
  • Advertorials: Als Informationen getarnte Werbeangebote in Medien sind laut EU ebenfalls verpönt. Maßgeblich ist, dass für den Verbraucher der Zweck der Einschaltung nicht klar erkennbar ist.
  • Schneeballsysteme: Kritisch im Visier hat die EU damit Angebote, die darauf abzielen weitere Verbraucher für ein Verkaufssystem zu gewinnen. Dadurch wird eine Vergütung angestrebt.
  • Gewinnvortäuschungen: Als schädigend gelten auch Vortäuschungen von vermeintlichen Gewinnen. Der "Preis" ist allerdings gar nicht vorhanden oder muss bezahlt werden.
  • Vortäuschung von Verbraucherrechten: Käufer werden mit vermeintlich besonderen Rechten geködert. Diese scheinen mit dem Erwerb eines Produkts verbunden zu sein.
  • Befristete Angebote: Durch eine falsche Behauptung wird vorgegaukelt, dass ein Produkt nur kurze Zeit verfügbar ist. Das bewirkt, dass Käufer sich im Voraus nicht ausreichend informieren können.
  • Fremdsprachige Kundendienste: Durch einen Geschäftsabschluss wird eine Leistung zugesichert, die nur in einer anderen Sprache verfügbar ist. Verboten ist dies, wenn darüber nicht eindeutig informiert wird.
  • Unbestellte Waren/Dienstleistungen: Nicht erlaubt ist auch der Versand von unbestellten Verkaufsgegenständen. Maßgeblich ist, dass Empfänger dabei zur Bezahlung, Rücksendung bzw. Verwahrung aufgefordert werden.
  • Europaweite Garantien: Dabei wird ein fälschlicher Eindruck beim Service erweckt. Kundendienste, die scheinbar auch in anderen Mitgliedsstaaten verfügbar sind, gibt es nur im Verkaufsland.



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