02. Jänner 2009 15:51

Majestätisch 

Die Neujahrswünsche von Kaiser Robert Heinrich I.

Seine Majestät Kaiser Robert Heinrich I. verspricht seinem Volk für 2009 unendliche Liebe und fordert es auf, auch einmal brav zu sein.

Die Neujahrswünsche von Kaiser Robert Heinrich I.
© ORF

ÖSTERREICH/oe24: Eure Majestät, was erwarten sich Majestät von 2009?

Kaiser Robert Heinrich I.: Wir erwarten uns grundsätzlich, dass 2009 genau so wird wie 2008. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass 2009 genau so furchtbar wird wie 2008, so furchtbar wie 207, so furchtbar wie 2006, so furchtbar wie 2005 und all die Jahre zuvor.

ÖSTERREICH/oe24: Was war denn 2008 so furchtbar?

Kaiser Robert Heinrich I.: Das ganze Brimborium rund um die Wahl einer neuen Regierung, das war erniedrigend für alle Beteiligten.

ÖSTERREICH/oe24: Hat denn die neue Regierung bei Seiner Majestät schon um eine Audienz vorgesprochen?

Kaiser Robert Heinrich I.: Nein, bislang noch nicht, ich erwarte das aber jede Minute

ÖSTERREICH/oe24: Würden Eure Majestät die neue Regierung überhaupt zu einer Audienz empfangen?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ja natürlich, einer muss ihnen ja sagen, dass sie brav sein sollen.

ÖSTERREICH/oe24: Und welche Tipps hätten Eure Majestät sonst noch für die Regierung?

Kaiser Robert Heinrich I.: Grundsätzlich ist es ja so, dass wir eigentlich gar nicht regieren wollen. Wir wollen einfach nur bestimmen. Regieren können ruhig die Politiker.

ÖSTERREICH/oe24: Aber regieren die Politiker Eurer Majestät nicht zu sehr in die kaiserlichen Agenden hinein?

Kaiser Robert Heinrich I.: Wenn Sie so regieren, wie wir es bestimmt haben, dann können Sie ruhig regieren.

ÖSTERREICH/oe24: Warum bestimmen Majestät dann nicht überhaupt jene Politiker, die regieren sollen, selbst?

Kaiser Robert Heinrich I.: Das Volk hat sich schon dermassen an die Demokratie gewöhnt, dass es das Volk nur irritieren würde, wenn wir ihm das jetzt wieder wegnehmen würden. Und nachdem wir unsere Untertanen mehr lieben als alles andere, haben wir beschlossen, grundsätzlich einmal alles beim Alten zu lassen. Aber es wird der Tag kommen, an dem das Volk bereit ist , einzig und allein uns anzuerkennen.

ÖSTERREICH/oe24: Was versprechen Majestät denn seinen Untertanen für 2009?

Kaiser Robert Heinrich I.: Das wir sie genauso lieben werden wie 2008 und dass wir immer für unser Volk dasein werden.

ÖSTERREICH/oe24: Gibt es auch andere, zum Beispiel materielle Versprechen?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ein Volk, das von seinem Kaiser dermassen geliebt wird, hat keine anderen Wünsche mehr.

ÖSTERREICH/oe24: Werden eure Majestät auch von seinem Volk geliebt?

Kaiser Robert Heinrich I.: Mehr als alles andere.

ÖSTERREICH/oe24: Wie äußert sich das?

Kaiser Robert Heinrich I.: In spontanen Kundgebungen. Menschen werfen sich in den Staub, und wir haben schon von Selbstgeiselungen gehört und sind dementsprechend zufrieden.

ÖSTERREICH/oe24: Wie ist das Wohlbefinden eurer Majestät?

Kaiser Robert Heinrich I.: Sensationell.

ÖSTERREICH/oe24: Was führt zu diesem sensationellem Wohlbefinden?

Kaiser Robert Heinrich I.: Obertshofmeister Seyffenstein achtet auf unsere Ernährung und überwacht unseren Schlaf. Und wir werden von unseren Untertanen sehr gut behandlt.

ÖSTERREICH/oe24: Ein große europäische Monarchin hat 2007 als Anus Horribilis bezeichnet, sehen Majestät 2008 auch als solches an?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ja, die Liesl, das war die Liesl aus England. Nein, wir sehen in 2008 kein so schreckliches Jahr wie die Liesl damals in 2007.

ÖSTERREICH/oe24: Hat die Wirtschaftskrise auf den Hof keinerlei Einfluss?

Kaiser Robert Heinrich I.: Es entsteht ja auf Grund dieser Wirtschaftskrise fast der Eindruck, als wären wir der einzige Mensch auf diesem Palneten, der noch ein Geld hät. Und was soll daran bitte schlecht sein?

ÖSTERREICH/oe24: Die kaiserlichen Schatzkammern sind als wohl gefüllt?

Kaiser Robert Heinrich I.: Die sind prall gefüllt, zum Bersten gefüllt. Aber wir interessieren uns ja nicht für Geld. Das ist etwas, womit sich das Volk herumschlagen muss. Wir brauchen das ja nicht.

ÖSTERREICH/oe24: erlauben Majestät auch eine private Frage. Wie sieht es denn mit einer möglichen Thronfolge aus? Nicht im kommenden Jahr, aber eure Majestät muss ja auch langfristig an die Thronfolge denken.

Kaiser Robert Heinrich I.: Unsere Liebe gehört dem Volk. Um einen Thronfolger zu zeugen, bräuchten wir eine Kaiserin. Und um diese lieben zu können und um sich eine Kaiserin kümmern zu können, bräuchten wird auch die entsprechende Zeit. Aber sowohl unsere Liebe als auch unsere Zeit gehört Österreich alleine. Abgesehen davon, müssen wir uns dermassen intensiv um das Hofopernbalette und seine Qualität kümmern, dass wir gar keine Zeit für eine Frau hätten.

ÖSTERREICH/oe24: Ist dann das Geschlecht und die Dynastie eurer Majestät vom Aussterben bedroht?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ich werde schon rechtzeitig darauf schaun, dass Österreich hat, was es braucht.

ÖSTERREICH/oe24: 2009 kommen auch unterschiedliche gesellschaftliche Ereignisse auf uns zu, zum Beispiel der Opernball …

Kaiser Robert Heinrich I.: Das ist ja kein gesellschaftliches Ereignis, der Opernball. Das ist nur ein müder Abklatsch des Kaiserballs. Der Opernball wird vom Kaiserball in seinem Glanz dermassen überstrahlt, dass Generationen von jungen Menschen davon träumen, ein einziges Mal auch nur den Kaiserball angesehen haben zu dürfen. Ihn angesehen haben zu dürfen, nicht dabei zu sein, denn das ware fast schon zu verwerflich.

ÖSTERREICH/oe24: Überstrahlt der Kaiserball den Opernball auch, weil dieser in der Staatsoper und nicht in einem königlich-kaiserlichen Opernhaus stattfindet?

Kaiser Robert Heinrich I.: Interessierte politische Beobachter haben längst erkannt, dass beim Opnerball der Herr Bundespräsident Heinz Fischer in Kaiserloge sitzt und nicht wir. Das macht er ja nicht ohne Grund, sondern weil wir ihn gebeten haben, uns dort zu vertreten. Uns ist es auf dem Opernball einfach zu bürgerlich.

ÖSTERREICH/oe24: Den Herrn Bundespräsident bezeichnet seine Majestät gerne als Bussibär.

Kaiser Robert Heinrich I.: Ja, genau.

ÖSTERREICH/oe24: Und was wünschen sich Majestät vom Herrn Bundespräsident?

Kaiser Robert Heinrich I.: Das wir uns die Arbeit weiterhin so gut aufteilen. Und dass er in Zukunft so wenig wie möglich Regierungen angebloben muss , denn wir können uns vorstellen, wie unangenehm das ist.

ÖSTERREICH/oe24: Aber grundsätzlich ist das Verhältnis seiner Majestät zum Herrn Bundespräsident in Ordnung?

Kaiser Robert Heinrich I.: Es könnte nicht besser sein.

ÖSTERREICH/oe24: Hat der Herr Bundespräsident schon um ein Audienz gebeten?

Kaiser Robert Heinrich I.: Nein, aber das braucht er nicht, wir verstehen uns blind.

ÖSTERREICH/oe24: Nehmen seine Majestät andere Ereignisse wie zum Beispiel die Ski-Weltmeisterschaft wahr?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ja, televisionär.

ÖSTERREICH/oe24: Sind Majestät dabei die Erfolge Ihrer Untertanen wichtig?

Kaiser Robert Heinrich I.: Selbstverständlich! Natürlich ist das wichtig, wir sind ja ein sportbegeisterter Kaiser. Wir schaun so viel gern zu.

ÖSTERREICH/oe24: Treiben Majestät selbst Sport?

Kaiser Robert Heinrich I.: Ja, wie gesagt, wir schaun uns das immer sehr gerne im Fernsehen an.

ÖSTERREICH/oe24: Wie sehen Majestät die Wahlen, die 2009 auf uns zukommen?

Kaiser Robert Heinrich I.: Die sind genau so furchtbar, wie alle Wahlen bisher.

ÖSTERREICH/oe24: Es sind vor allem Wahlen in vier Bundesländern.

Kaiser Robert Heinrich I.: Ach die Bundesländer, das ist ein sehr, sehr heikles Thema. Ich wollte ohnedies schon den Michael Häupl und den Erwin Pröll zu einer Audienz einlanden, weil das die einzigen zwei Politiker sind, die mit mir gemeinsam bestimmen, was abgeht. Die beiden sind wirkliche Landesfürsten. Wahlen in anderen Bundesländern sind ja eigentlich irrelevant.

ÖSTERREICH/oe24: Sehen seine Majestät Pröll und Häupl auch auf einer Adelsstufe mit seiner Majestät, weil es sich bei diesen beiden un wirkliche Landesfürsten handelt?

Kaiser Robert Heinrich I.: Wenn er nicht aufpasst, kann es sein, dass wir ihn vierteilen lassen.

ÖSTERREICH/oe24: Was wünschen seine Majestät dem Volk für das neue Jahr?

Robert Heinrich I.: Nur das Beste. Und es muss auch einmal ein bisschen brav sein.

Die nächste Folge von Wir sind Kaiser ist am 8. Jänner 2009 (21.55 Uhr) in ORF 1 zu sehen.




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