12. Oktober 2007 13:18

Digital-TV 

Drei neue Programme über Haus-Antenne

Ab 22. Oktober sind 3sat, ORF Sport Plus und Puls TV/Puls 4 österreichweit über digitale Hausantenne zu empfangen.

Drei neue Programme über Haus-Antenne
© ORS

Am 22. Oktober geht die Digitalisierung heimischer TV-Haushalte in eine neue Phase. Dann nämlich werden die letzten analogen Sendemasten in Wien und Umgebung ab- und drei weitere digitale-terrestrische Programme auf 16 Sendeanlagen in ganz Österreich aufgeschaltet. Via Settop-Box sind ab dann zusätzlich zu ORF 1, ORF 2 und ATV auch Puls TV, beziehungsweise ab Februar Puls 4, 3Sat und Sport Plus zu sehen. Das gaben die Sendervertreter sowie der Sendeplattformbetreiber ORS am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt.

Von der Umstellung in Wien und Umgebung sind nach Schätzung von Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS, in etwa 150.000 bis 200.000 Haushalte betroffen. Ein Jahr nach dem Start der Digitalisierung am 26. Oktober 2006 ist der Anteil der terrestrischen Haushalte stabil: Haben im Oktober 2006 österreichweit elf Prozent der Haushalte über Zimmerantenne ferngesehen, waren es im September 2007 noch sechs Prozent. Vier Prozent der Haushalte sind auf digital-terrestrischen Empfang via Settop-Box umgestiegen. Den größten Zuwachs verbuchte der Digital-Satellit, der von 26 Prozent im Vorjahr auf 34 Prozent anstieg. Deutlich geringer fiel das Plus beim analogen Kabelempfang aus, der von 33 auf 36 Prozent zunahm.

Zweite Digitalisierungswelle
Mit dem 22. Oktober sollen 80 Prozent aller Österreicher mit digital-terrestrischem Fernsehen, also vor allem mit dem Mux A (ORF 1, ORF 2 und ATV), versorgt werden können - bis 2010 sollen es 98 Prozent sein, sagte Wagenhofer. Der Mux B mit Puls, 3Sat und Sport Plus wird voraussichtlich lediglich die Ballungsräume und damit maximal 70 Prozent der Österreicher versorgen. Die Übertragung via Mux B ist daher auch deutlich billiger als via Mux A. Über Vertragsdetails wollte man sich am Freitag nicht äußern. Dem Vernehmen nach kostet die Ausstrahlung via Mux B pro Sender 1,8 Millionen Euro jährlich, wobei alle drei Programme gleich viel bezahlen. Und das, obwohl Sport Plus nur zu bestimmten Tageszeiten sendet - in der übrigen Zeit ist der Teletext zu sehen.

Um die Vertragsbedingungen dürften die Sender und die ORS bis zuletzt gerungen haben. Puls hat als letzter Kandidat "erst gestern unterschrieben", berichtete Senderchef Markus Breitenecker. Grund für das kostenspielige Unterfangen ist der Wunsch, "mit Puls 4 auf möglichst vielen Plattformen möglichst breit vertreten" zu sein. Ähnlich erklärte ORF-Sportchef Hans Huber seine Motivation: Dank DVB-T könne der Empfang des Programms von 68,8 auf 97,8 Prozent gesteigert werden. 3Sat, das künftig einen stärkeren programmlichen Schwerpunkt auf die Wissenschaft legen will, erhöht die technische Reichweite in Österreich von 89,7 auf 97,8 Prozent, sagte Reinhard Scolik, Leiter von ORF-3Sat. (APA)




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