19. Februar 2008 16:13

Agenturenverkauf 

EU erteilt Thomson Auflagen für Reuters-Übernahme

Die Unternehmen müssen die Datenbanken für Finanzmarktkunden verkaufen.

EU erteilt Thomson Auflagen für Reuters-Übernahme
© Reuters

Die Europäische Kommission hat für die Übernahme der britischen Nachrichtenagentur Reuters durch die kanadische Thomson-Gruppe grünes Licht gegeben. Der Zusammenschluss werde unter bestimmten Bedingungen und Auflagen genehmigt, gab die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Dienstag in Brüssel bekannt. Demnach müssen sich die Parteien von ihren Datenbanken für Finanzmarktkunden trennen. Betroffen sind Analysen über Wertpapiere, Wirtschaftszweige und Märkte wie zum Beispiel Schätzungen von Unternehmensgewinnen oder Konjunkturdaten.

Auflagen zu den Finanzdaten
Die EU hatte Befürchtungen, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb auf mehreren Märkten des Finanzinformationssektors erheblich beeinträchtigt. Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, haben die Parteien "ein Verpflichtungspaket angeboten, das wirksame Schutzvorkehrungen dafür bietet, dass der geplante Zusammenschluss den Nutzern von Finanzdaten nicht schaden wird", so Kroes in einer Aussendung.

Auch US-Justiz prüft
Die Untersuchung der Kommission erfolgte parallel zur Überprüfung durch das US-amerikanische Justizministerium. Die beiden Behörden haben in dieser Sache eng zusammengearbeitet. Nach EU-Angaben hat das US-Justizministerium am Dienstag bekanntgegeben, dass es einen Vergleich vorschlagen wird, der Veräußerungen durch die Parteien vorsieht, die mit den von der Kommission akzeptierten Abhilfemaßnahmen im Einklang stehen.




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