18. Juni 2008 12:11

Job-Wechsel 

Ex-"Bild"-Manager wird WAZ-Geschäftsführer

Christian Nienhaus leitet künftig in einer Doppelspitze mit Bodo Hombach den Medienkonzern WAZ in Essen.

Ex-"Bild"-Manager wird WAZ-Geschäftsführer
© BDZV

Die deutsche WAZ Mediengruppe bekommt mit Christian Nienhaus (48) ab 1. Juli einen neuen Geschäftsführer. Gemeinsam mit Bodo Hombach (55) leitet er künftig das europäische Medienunternehmen mit Hauptsitz in Essen. In Österreich ist die Gruppe über die Mediaprint an der "Kronen-Zeitung" und dem "Kurier" beteiligt.

"Christian Nienhaus ist für uns eine ideale Ergänzung und Verstärkung in der Gruppengeschäftsführung. Gemeinsam wollen wir nun die weitere Entwicklung unserer Mediengruppe vorantreiben", betont WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach.

Familienbetrieb
Die WAZ-Mediengruppe gehört den Gründerfamilien Erich Brost und Jakob Funke, beide Seiten dürfen Geschäftsführer berufen. Für die Brost-Seite führt Ex- Kanzleramtsminister Hombach den Verlag, Nienhaus wurde von der Funke-Familien-Gesellschaft berufen. Die WAZ Mediengruppe setzt mit rund 16.000 Mitarbeitern in neun europäischen Ländern mit Regionalzeitungen, Zeitschriften und elektronischen Medien über 1,7 Mrd. Euro um. Die 37 deutschen und ausländische Titel erreichen eine Auflage von rund 2,5 Mio. Exemplaren.

Multimedialer Ausbau
Der Diplom-Ökonom Nienhaus stammt aus Hamm in Westfalen und begann seine Karriere bei Gruner+Jahr. Danach wechselte er in die Geschäftsführungen des Badischen Verlags in Freiburg und der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) in München. Seit 2001 führte er die Geschäfte der "Bild"-Gruppe bei der Axel Springer AG. "Die WAZ Mediengruppe ist ein spannendes Medienunternehmen. Viele Titel haben führende Marktpositionen. Diese zu stärken, multimedial auszubauen und mit der gesamten Gruppe erfolgreich zu wachsen, ist eine großartige Aufgabe", sagte Nienhaus laut Aussendung.

Duell mit Dichand
In Österreich ist die WAZ seit dem Ende der 80er Jahre an der Mediaprint beteiligt. Das deutsche Medienimperium hält dort heute 50 Prozent an der "Kronen Zeitung", sowie 49,4 Prozent am "Kurier". Über die "Kurier"-Tochter ZVB bestehen außerdem Beteiligungen an "profil" und "trend" und über die "Krone" und "Kurier" mischt die WAZ auch bei heimischen Privatradios mit. Der verstorbene geschäftsführende Gesellschafter Erich Schumann hatte sich mit "Kronen Zeitungs"-Herausgeber Hans Dichand ein jahrelanges Dauerduell um die Vormachtstellung in der "Krone" geliefert. Er starb im Jänner 2007.




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