02. Oktober 2007 15:21

Beichte beim Papst 

Fendrichs Klage abgewiesen

Reinhard Fendrichs Klage gegen einen "Krone"-Artikel über eine "erbettelte" Beichte beim Papst wurde abgewiesen.

Fendrichs Klage abgewiesen
© Lise Niesner

Keinen Erfolg hatten die Klagen von Rainhard Fendrich, mit denen er die "Kronen Zeitung" zur Veröffentlichung von zwei Gegendarstellungen und Zahlung entsprechender Geldbußen zwingen wollte. Richterin Brigitte Zeilinger wies am Dienstag im Wiener Straflandesgericht beide Begehren ab. Fendrich, der urlaubsbedingt nicht persönlich erschienen war, legte dagegen über seinen Anwalt Harald Karl jeweils Berufung ein.

Die "Krone" hatte am 20. August berichtet, der Austropopper habe im Vorfeld des Besuchs von Papst Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz darum angesucht, dem Heiligen Vater seine Sünden beichten zu können. Dazu wurde zunächst Pater Karl Wallner zeugenschaftlich einvernommen, der in Heiligenkreuz für die Organisation des Papst-Besuchs zuständig war, wo Benedikt XVI. am 9. September haltmachte.

Zwei Songs für den Papst
"Geplant war, dass der Papst 30 Minuten bleibt. Geblieben ist er eine Stunde, weil es ihm so gut gefallen hat", berichtete der Ordensmann. Im Rahmenprogramm hatte Fendrich vor 15.000 Gläubigen zwei Lieder zum Besten gegeben. Zum Nulltarif, wie Pater Wallner erzählte: "Beim allerersten Gespräch am Telefon hat er gleich gesagt, dass er das sehr gerne macht. Dass er den Papst eh schon immer treffen wollte. Und er hat gesagt, er wird vorher auch beichten gehen."

Das habe ihn "sehr gefreut", gab der Priester zu Protokoll, zumal er den Entertainer "nicht so eingeschätzt hätte". Fendrich habe ihm auch verraten, "dass er am Liebsten beim Papst beichten gehen täte", dieser Feststellung aber ein "Aber so viel Zeit ist ist ja nicht!" hinzugefügt.

Cooler Schmäh
"Das war ein netter Schmäh. Ich hab' diesen Scherz cool gefunden, weil Rainhard Fendrich damit sein Schuldbewusstsein gezeigt hat", meinte der Zeuge unter Wahrheitspflicht. Es habe sich bei der Ansage "weder um eine Anfrage, ob er beim Papst beichten gehen kann, noch um eine ernst gemeinte Aussage" gehandelt. Leider habe er den Scherz bei einem Mittagessen mit Journalisten weiter erzählt, bedauerte der Geistliche: "Ich bin im Umgang mit Medien nicht sehr erfahren."

Fendrichs Agentin und Managerin Agnes Rehling versicherte im Zeugenstand, der Sänger wisse natürlich, dass man beim Papst nicht so einfach die Beichte ablegen könne: "Herr Fendrich ist praktizierender Katholik!"

Wegen formaler Gründe abgewiesen
Dennoch wurde der Antrag auf Veröffentlichung einer Gegendarstellung abgewiesen - aus formalen Gründen, wie die Richterin deutlich machte: Fendrichs Rechtsbeistand hatte sein Ansinnen nämlich nicht an die Medieninhaberin - die Krone-Verlag GmBH & Co KG - gerichtet.

Im zweiten Fall wurde die Klage deshalb abgewiesen, "weil die beantragte Gegendarstellung nicht richtig ist", wie die Richterin befand. Im entsprechenden Schriftsatz hatte Fendrich einen "Krone"-Artikel vom 11. August bestritten, in dem es unter der Schlagzeile "Rainhard Fendrich bettelte um eine Rolle" geheißen hatte, dieser habe den Intendanten der Sommerfestspiele Weitra, Felix Dvorak, mehr als nur gebeten, ihn in der für 2010 geplanten Hermann Bahr-Inszenierung "Das Konzert" als Professor Heink zu besetzen.

Keine Zeit für den Unbestechlichen
Fendrichs Agentin erklärte dazu, Dvorak habe ihren Schützling bei der diesjährigen Premieren-Feier in Weitra, wo Hofmannsthals "Der Unbestechliche" aufgeführt wurde, gefragt: "Wann spielst du ein Mal bei mir?" Fendrich habe darauf geantwortet, er habe "überhaupt keine Zeit". Das Gespräch habe insgesamt nur 20 Sekunden gedauert.

Dvorak, der ebenfalls urlaubsbedingt nicht erschienen war, dem Gericht jedoch einen ausführlichen Brief geschrieben hatte, hatte das jedoch anders in Erinnerung: Fendrich habe sich unter Anknüpfung an eine länger zurück liegende Unterhaltung dahingehend geäußert, er würde gern die Rolle des Professor Heink übernehmen. Er, Dvorak, habe erwidert, er werde ihn, Fendrich, "nicht mehr zahlen" können, worauf der Entertainer gemeint habe, das Geld sei ihm nicht so wichtig, man werde in finanzieller Hinsicht "schon zusammen kommen".

Im Hinblick darauf hielt es die Richterin für nicht angebracht, der "Kronen Zeitung" eine Entgegnung auf den inkriminierten Artikel aufzutragen. (APA)




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare