08. Jänner 2008 16:18

ORF-Betriebsrat 

Fiedler schließt Kandidatur für Vorsitz nicht aus

Der amtierende ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler schließt eine neuerliche Kandidatur für Vorsitz nicht aus, Konkurrenz durch SPÖ-nahe Betriebsräte.

Fiedler schließt Kandidatur für Vorsitz nicht aus
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ORF-Zentralbetriebsratsobmann Heinz Fiedler schließt ein neuerliches Antreten bei der Wahl zum Zentralbetriebsratsvorsitzenden des öffentlich-rechtlichen Senders im Februar nicht aus. Wegen der massiven Sparpläne der ORF-Führung dürften die Chancen auf eine Wiederwahl des bürgerlichen Betriebsrats, dessen Liste dank Unterstützung der SP-Betriebsräte zuletzt die Mehrheit hatte, gestiegen sein. Fiedler verhinderte jüngst eine Nulllohnrunde im ORF, indem er und seine Betriebsräte im ORF-Stiftungsrat den Beschluss über das ORF-Budget blockiert hatten.

Wahlen im Februar
Für die Zentralbetriebsratswahlen im Februar lässt sich der bürgerliche Belegschaftsvertreter nun alle Optionen offen. "Meine Witterung sagt mir, dass es trotz einer positiv zu vermerkenden Gebührenerhöhung zu allerlei Ungemütlichkeiten für die Mitarbeiter des Unternehmens kommen dürfte. Etliche Kolleginnen und Kollegen reden mir deshalb zu, mich jetzt nicht zurückzuziehen. Es hat nichts mit Eitelkeit zu tun, wenn ich sage, dem Fiedler traut man halt immer noch zu, die Interessen der ORFler zu schützen und damit dem Unternehmen zu nützen. Aber: Ich habe mich nach wie vor noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antrete", sagte Fiedler im Gespräch mit der APA.

Egal wie seine Entscheidung ausfällt und egal in welcher Funktion, werde er sich jedenfalls weiterhin gegen die "permanenten Vernaderungen mit Angestelltenziffern und Personalkosten" durch diverse "Vorurteilsträger" zur Wehr setzen.

Auch Michael Götzhaber will kandidieren
Ernsthafte Konkurrenz für Fiedlers Liste gibt es freilich von den SPÖ-nahen Betriebsräten, die mit einer Liste aus Technik- und Landesstudio-Betriebsräten antreten wollen. Für den scheidenden Rudolf Füllsack übernimmt dort der rote Vorsitzende des Betriebsrats des Landesstudios Kärnten, Michael Götzhaber, das Ruder. Götzhaber, der auch im Stiftungsrat des Unternehmens sitzt, meldet im Gespräch mit der APA sein Interesse an einer Kandidatur für die Funktion des Zentralbetriebsratsvorsitzenden an.

"Man tritt ja mit dem Ziel an, den Vorsitzenden zu stellen. Auch mir kann man zutrauen, die Interessen der ORF-Mitarbeiter zu schützen und dem Unternehmen zu nützen." Letztlich hänge aber alles vom Ergebnis der Listenwahl sowie der Mandatsverteilung ab. Ein neuerliche Unterstützung Fiedlers schließt Götzhaber nicht aus. "Vorstellen kann ich mir alles. Das kommt aber immer darauf an, wie die Arbeitsprogramme der einzelnen Listen aussehen."

Funktionsperiode endet am 25. Februar
Die Funktionsperiode des ORF-Zentralbetriebsrats läuft am 25. Februar aus, der neue Zentralbetriebsrat muss bis dahin gewählt werden. Den Schlüssel für diese Wahl bildet eine Betriebsratsversammlung, an der rund 100 Betriebsräte aus dem gesamten ORF-Konzern teilnehmen. Bei dieser Versammlung, die zumindest eine Woche vor der Wahl des Zentralbetriebsrats abgehalten werden muss, werden die Weichen gestellt und in einem komplizierten Wahlsystem die Listen für den Zentralbetriebsrat gewählt. Aus der sich daraus ergebenden Mandatsverteilung bildet sich schließlich der elfköpfige Zentralbetriebsrat, der schließlich einen Vorsitzenden wählt und fünf Mitglieder für den ORF-Stiftungsrat nominiert.

Bei der letzten Betriebsratswahl erreichte die VP-nahe Liste Fiedlers fünf Mandate im Zentralbetriebsrat, die SP-nahe Liste Füllsacks drei Mandate und eine unabhängige Liste aus dem Hörfunk ebenfalls drei Mandate. Diesmal wird das Antreten einer weiteren Liste aus dem Bereich Fernsehprogramm erwartet, die bei der vergangenen Wahl noch mit der SP-nahen Technik-Liste gemeinsame Sache machte.




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