16. Jänner 2008 15:55

ORF-Personal 

Fiedler tritt nochmals zu ORF-Betriebsratswahl an

Wrabetz-Kritiker Heinz Fiedler tritt im Februrar noch einmal bei ORF-Betriebsratswahlen an und will erneut Zentralbetriebs-ratsvorsitzender werden.

Fiedler tritt nochmals zu ORF-Betriebsratswahl an
© ORF

Der mächtige ORF-Betriebsratschef Heinz Fiedler tritt am 19. Februar noch einmal zur Wahl des obersten Belegschaftsvertreters an. Der 65-Jährige, seit mehr als 40 Jahren im ORF und seit 1996 Zentralbetriebsratsobmann, begründet seine neuerliche Kandidatur mit „der Sorge um den ORF und seine Mitarbeiter, auf die eine Reihe von Beschwernissen zukommt“.

Mit eigener Liste im Ring
"Ein weiteres Mal steige ich als Spitzenkandidat der Liste Fiedler in den Ring, um zu verteidigen, wofür ich ein Berufs- und Betriebsratsleben lang gekämpft habe: Für starke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem starken ORF", teilte der 65-Jährige mit.

Anschlag auf die Substanz des Unternehmens
Er habe sich "ursprünglich schon mit dem Gedanken angefreundet, mich aus der ersten Reihe der Personalvertreter im ORF zurückzuziehen", angesichts der von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz geplanten Personal- und Strukturmaßnahmen habe er sich aber anders entschlossen: "Dieser angekündigte Anschlag auf die Substanz des Unternehmens, auf die Kreativität, die Erfahrung, Einsatzbereitschaft und das Fachwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ja letztendlich doch auch mit der Zahl der Beschäftigten in Zusammenhang steht, bedarf eines streitbaren und erprobten Gegenübers auf Seiten der Belegschaft", so Fiedler.

"In dieser heiklen Situation will ich meine jahrzehntelange Erfahrung und meine Konfliktfähigkeit - aber auch meine lobbyistische Kraft - den Kolleginnen und Kollegen und damit dem Unternehmen nochmals zur Verfügung stellen", lautet die Argumentation des bisherigen Zentralbetriebsratsobmanns.

Kritik an Wrabetz
Einmal mehr kritisiert Fiedler den von ORF-Boss Alex Wrabetz angekündigten Personal-Sparkurs. Fiedler: „Ich weiß, was auf uns zukommt. Ich bin der kampfkräftigste und habe mehr Witterung als andere.“

Rochade bei der SP-Liste
Der ZBR wird alle vier Jahre gewählt - zuletzt im Jänner 2004. Die Funktionsperiode läuft am 25. Februar 2008 aus - bis dahin muss ein neuer Zentralbetriebsrat gewählt sein. Konkurrenz für Fiedlers Liste gibt es von den SPÖ-nahen Betriebsräten, die mit einer Liste aus Technik- und Landesstudio-Betriebsräten antreten wollen. Für den scheidenden Rudolf Füllsack übernimmt dort der rote Vorsitzende des Betriebsrats des Landesstudios Kärnten, Michael Götzhaber, das Ruder.

Fünf Sitze im Stiftungsrat
Neben den Unabhängigen wird darüber hinaus auch das Antreten einer weiteren Liste aus dem Bereich Fernsehprogramm erwartet, die bei der vergangenen Wahl noch mit der SP-nahen Technik-Liste gemeinsame Sache machte. Der Zentralbetriebsrat entsendet auch fünf Vertreter in den Stiftungsrat.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |