11. Dezember 2008 15:04

Gudenus-Klage 

Freispruch für "Zib 2"-Moderator Armin Wolf

John Gudenus ist mit seiner Klage wegen übler Nachrede abgeblitzt. Er fühlte sich durch eine Aussage Wolfs in seiner Ehre herabgesetzt.

Freispruch für "Zib 2"-Moderator Armin Wolf
© APA/ Pfarrhofer

"ZiB 2"-Moderator Armin Wolf ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen worden. Vor Gericht gezerrt hatte den TV-Moderator der ehemalige freiheitliche Bundesrat John Gudenus, der im April 2006 für das Leugnen von Gaskammern im Dritten Reich wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu einem Jahr bedingt verurteilt worden war.

Interview mit Martin Graf
Armin Wolf hatte am 1. Oktober in der "ZiB 2" den mittlerweile zum Dritten Nationalratspräsidenten gewählten Martin Graf (F) als Interviewpartner zu Gast. Unter anderem richtete er folgende Frage an ihn: "Bezweifeln Sie so wie Ihr langjähriger Parteikollege Gudenus, dass in Gaskammern Millionen Juden vernichtet worden sind im Deutschen Reich?"

Wolf bot Wahrheitsbeweis an
Das veranlasste Gudenus zu einer Privatanklage, da er sich durch diesen Satz in seiner Ehre herabgesetzt fühlte. Wolf bot den Wahrheitsbeweis an und wunderte sich nun im Grauen Haus im Hinblick auf die rechtskräftige Verurteilung des Ex-Bundesrats, dass überhaupt verhandelt wurde. Er halte die Klage für Zeitverschwendung, gab er sinngemäß zu verstehen. Sein Anwalt Alfred Noll nannte Gudenus einen "notorischen Zweifler an NS-Verbrechen".

Klage abgewiesen
Nach kurzer Verhandlung wies Richterin Birgit Schneider die Klage mit Blickrichtung auf das Strafregister des Klägers als unbegründet ab. Gegen diese Entscheidung meldete dessen Rechtsbeistand Adrian Hollaender volle Berufung an, weshalb Wolfs Freispruch formal noch nicht rechtskräftig ist.




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