05. September 2007 15:52

ORF-Klausur 

Handbuch zu öffentlich-rechtlichem Auftrag geplant.

Der ORF stellt bis zum Jahresende das Erscheinen eines "Public-Value-Handbuchs" in Aussicht, HDTV soll zur Euro 2008 starten.

Handbuch zu öffentlich-rechtlichem Auftrag geplant.
© ORF

Der ORF hat seine Strategie, den öffentlich-rechtlichen Mehrwert (Public-Value) der ORF-Programme mess- und sichtbar zu machen, auf Schiene gebracht. Bei ihrer Herbstklausur in Kärnten hat die ORF-Führung jedenfalls konkrete Maßnahmen festgelegt, die dem Stiftungsrat bis Jahresende - zusammengefasst in einem "Public-Value-Handbuch" - vorgelegt werden sollen. Ein besonderes Kriterium ist dabei die Feststellung der sogenannten Intensiv-Reichweite, sagte Generaldirektor Alexander Wrabetz der APA.

Dabei geht es darum, die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen, etwa der an Kultur, Sport, Religion und Information Interessierten, besser kennenzulernen. Es soll eruiert werden, was zum Beispiel die Fans klassischer Musik vom ORF erwarten, welche Oper sie zu welcher Tageszeit sehen möchten. Dadurch soll der Nutzen und die mögliche Reichweite maximal gesteigert und im Nachhinein überprüft werden, ob die Zielgruppe erreicht und in ihren Interessen zufriedengestellt wurde.

"Public Value" öffentlich diskutiert
Darüber hinaus will der ORF das Thema "Public Value" in Veranstaltungen einer interessierten Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Innerhalb des Unternehmens soll an einem "zukunftsorientierten Leitbild" gearbeitet werden. Die Ergebnisse werden in einem jährlichen Public-Value-Bericht zusammengefasst - erstmals ist mit einem solchen im kommenden Jahr zu rechnen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Gebühren auf dem Prüfstand.

ORF-Gebühren auf dem Prüfstand
Wrabetz spricht von einem "modernen Qualitätssicherungssystem, das wir in der EU-Diskussion brauchen werden". Die EU-Wettbewerbshüter wollen ja den Einsatz der Gebührengelder im ORF unter die Lupe nehmen. Die Maßnahmen seien aber auch in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit nötig, um die "künftige Legitimation unserer Programmentgelte sichern zu können", sowie in der hausinternen Kommunikation, nämlich bei der Frage "Wofür stehen wir?".

HDTV zur Euro 2008
Neben der inhaltlichen "Public Value"-Diskussion stand auch die Empfangbarkeit der ORF-Programme auf der Agenda der tagenden ORF-Bosse. Einen Zahn zulegen will man in Sachen hochauflösenden Fernsehen (HD-TV). Wrabetz will bis zur EURO 2008 ein Angebot in HD-Qualität zur Verfügung stellen, entsprechende technologische Vorkehrungen sollen "umgehend" getroffen werden. Bis Ende November sollen die rechtlichen und finanziellen Grundlagen sowie die Zertifizierungsstandards für die Empfangsgeräte geklärt und dem Stiftungsrat im Dezember zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Kopfzerbrechen machten den ORF-Führungskräften die anhaltenden Probleme mit der Umstellung auf digitales Satelliten-Fernsehen. Am vergangenen Wochenende war man erneut mit einem Ausfall von rund 8.000 Receivern konfrontiert, so Wrabetz. "Wir wollen uns ab sofort selber um die Kunden kümmern", kündigte der ORF-Chef an. In Zusammenarbeit mit den Landesstudios müsse man die Bürger beraten und informieren sowie dafür Sorge tragen, "dass sie ORF empfangen können und die Programme auf den Plätzen eins und zwei programmieren". (APA)




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare