17. Dezember 2007 13:20

Internet-Satire 

Hans Dichand-Blogger stellte sich

Der zweite Hans Dichand-Blogger, der dem "echten" seit Wochen das Leben schwer macht, hat sich am Montag geoutet.

Hans Dichand-Blogger stellte sich
© screenshot

Dichand selbst kündigte umgehend in seiner Tageszeitung an, "diesen Fälscher zu überführen". Am Montag stellte sich der Doppelgänger jedoch von selbst der Öffentlichkeit. Bei dem Gesuchten handelt es sich um den 25-jährigen Philipp Drössler, der den Parallel-Blog Ende November "aus Spaß" startete.

"Nur ein Witz"
"Das sollte zunächst nur ein Witz sein", sagt der junge Mann. Er bezeichnet sich selbst als eine Mischung zwischen Künstler und Medienmensch und hat - zumindest äußerlich - nichts mit Österreichs mächtigsten Zeitungsherausgeber gemein. Nachdem Dichand seinem Alter Ego Anfang Dezember via "Kronen Zeitung" zweimal ausrichten ließ, ihn bald auszuforschen, wurde es auch für Drössler Ernst und so beschloss er, seine Identität zu lüften.

Mächtige Position hinterfragen
Seine Intention, unter dem Namen von Österreichs bekanntestem Medienmacher zu publizieren: Er wollte seine Autorität infrage stellen. "Hans Dichand wird in diesem Land mit seiner Singularität einfach hingenommen. Was er sagt zählt - der Alte hat immer Recht", meinte Drössler. Dichand findet Beachtung, "selbst wenn er gefälscht ist". Die Position des "Kronen"-Herausgebers sei eine so Mächtige, dass in seinen Blogs "seine Subjektivität zur Objektivität" stilisiert werde. Mit diesem Phänomen wollte sich der junge Mann satirisch auseinandersetzen und dafür die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen.

Gegenteil vom "echten" Dichand
So erlebte der falsche Dichand im Satire-Blog unter http://hansdichand.blogspot.com meist das Gegenteil von dem, was der echte Dichand in seinem Blog transportiert. Er bereiste zum Beispiel Lissabon, um sich von der Stadt, in der der EU-Reformvertrag unterzeichnet wurde, ein Bild zu machen und kam zu dem Ergebnis: "Ich muss ihnen gestehen, meine Sorgen über dieses freie, verbundene Europa waren vielleicht etwas voreilig."

Den Blog soll es nur noch am Montag geben - unter dem Namen Hans Dichand will Drössler nicht weiterschreiben. Ob er juristische Konsequenzen befürchtet? "Ich warte ab, was in den nächsten Tagen in meinem Postkasten landet."




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