25. Oktober 2007 19:10

Big-Brother-Awards 

Hans Dichand ist "lebenslanges Ärgernis"

Ungewöhnliche Auszeichnung für "Krone"-Herausgeber Hans Dichand: Der Zeitungszar erhält einen Preis als "lebenslanges Ärgernis".

Hans Dichand ist "lebenslanges Ärgernis"
© ÖSTERREICH/Florian Lems
Hans Dichand ist "lebenslanges Ärgernis"
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Besondere Ehrung für Hans Dichand. Der "Krone"-Herausgeber erhält den "Big-Brother-Award". Dichand haben sich den Preis als "lebenslanges Ärgernis" verdient, so die Veranstalter quintessenz, VIBE!AT und LUGA (Linux User Group Austria). "Ein Leben als Manipulator der Republik" könne der Krone-Herausgeber vorweisen, nicht genehme Personen seien "im Blatt denunziert, bloßgestellt oder 'unabsichtlich' mit voller Adresse und Telefonnummer veröffentlicht" worden, heißt es in der Begründung.

Der 86-jährige Krone"-Herausgeber befindet sich in prominenter Gesellschaft. Weitere Auszeichnungen gehen an Bildungsministerin Claudia Schmid (SPÖ), den Chef der Taxi-Innung Heinrich Frey, die TV-Serien "C.S.I." und deren Schöpfer Anthony Zuiker sowie an Peter van der Arend von der "Königlichen Niederländischen Telekom" (KPN).

Verleihung im Rabenhof Theater
Die Awards wurden am Donnerstagabend im Wiener Rabenhof Theater verliehen. Mit diesem Preis werden Personen, Behörden, Institutionen und Unternehmen bedacht, die sich in "Big-Brother"-Manier wenig rühmlich mit persönlichen Daten beschäftigen.

Neben Datenfunk, GPS-Daten der Bewegung des Fahrzeugs, über Infrarot-Sitzkontaktsysteme, die überwachen ob der Fahrer sitzt oder nicht, bis zur Videoüberwachung im Innenraum der Autos - finde man kein zweites Gewerbe, in dem so lückenlos überwacht werde, heißt es zur Jury-Begründung für die Kür der Taxi-Innung..

Daten zu Schulverweisen
"Skandalkosmetik der Bildungsevidenz" hat Bildungsministerin Schmied den "Big-Brother-Award" beschert. Neben Stammdaten enthält diese laut Aussendung auch Daten wie Schulverweise, Bedarf an Förderunterricht, wie alle "Nicht Genügend", Nachzipfe, Klassenbucheinträge und soziale Auffälligkeiten. Obwohl die Zugriffsrechte auf Schulbehörden in der neuesten Version für den Ministerrat entschärft wurden, bleibe die Sozialversicherungsnummer weiterhin mit dem Gesamtdatensatz verknüpft, warnen die "Big-Brother-Awards"-Veranstalter.

Vorratsdatenspeicherung
Die "C.S.I."-Schöpfer hätten sich den Award durch "Aushebelung der Bürgerrechte als Unterhaltungsprogramm" verdient. Peter van der Arend gebe als Vorsitzender des Komitees "Lawful Interception" im "European Telecom Standards Institute" seit Jahren das zivile Feigenblatt" ab, so die "Big Braother Award"-Initiatoren. Das Komitee beschäftigt sich mit der technischen Normierung eines flächendeckenden Data-Minings in Telefonie-Verkehrsdaten, die im Zuge der "Vorratsdatenspeicherung" gesammelt werden könnten.

Der einzige Ausgezeichnete, der sich den "Big-Brother-Award" vielleicht sogar abholen könnte, ist der Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Karl Korinek. Für seine Warnung im Zusammenhang mit der Terror-Bekämpfung - "Ich habe manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger von der Stasi." - bekommt er am Montagabend den Preis "Defensor Libertatis".




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