28. November 2008 09:16

ORF-Sparpläne 

Heftige Kritik der Opposition

Angesichts der angekündigten Sparmaßnahmen beim ORF kritisiert die Opposition sowohl die Führung des Senders, als auch an der Regierung.

Heftige Kritik der Opposition
© APA/Schneider

Sowohl FPÖ als auch BZÖ und Grüne warnten vor einer Zerschlagung des ORF. SPÖ-Mediensprecher Josef Cap meinte hingegen, dass sich die Politik hier heraushalten sollte.

SPÖ: "Das ist Sache des Unternehmens"
Die Geschäftsführung des ORF müsse mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und dem Stiftungsrat über die notwendigen Maßnahmen diskutieren und dann eine Entscheidung treffen, sagte Cap. Die Politik sollte sich dabei heraushalten, sagte der SPÖ-Klubobmann. Gleichzeitig sprach er sich aber dafür aus, dem ORF die rund 55 Millionen Euro zu refundieren, die dem Unternehmen durch die Gebührenbefreiungen entgehen. Das sei Geld, dass dem ORF per Gesetz entzogen worden sei, und die SPÖ sei bereit, das zu refundieren.

ÖVP: Stiftungsrat soll Vorschläge analysieren
Aus dem ÖVP-Parlamentsklub hieß es am Donnerstagabend zu den angekündigten Sparmaßnahmen beim ORF, es sei gut, dass endlich ein Vorschlag auf dem Tisch liege. Diesen gelte es jetzt durch den Stiftungsrat weiter zu analysieren und zu prüfen. Geschäftsführung und Stiftungsrat müssten dann gemeinsam eine Lösung finden, hieß es aus dem ÖVP-Klub.

FPÖ: "Kompletter Neustart des ORF"
Als Ungeheuerlichkeit der Sonderklasse bezeichnete FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky den geplanten Personalabbau beim ORF. "Während sich Infodirektor Elmar Oberhauser und Programmdirektor Wolfgang Lorenz fette Abfertigungen auszahlen lassen, will Generaldirektor Alexander Wrabetz sage und schreibe 1.000 ORF-Mitarbeiter auf die Straße werfen. Das ist die endgültige Bankrotterklärung eines herabgewirtschafteten öffentlich-rechtlichen Rundfunks." Vilimsky verlangte einen kompletten Neustart im ORF. Die jetzige Führungstruppe bewege sich schon lange am Rande der Untragbarkeit.

BZÖ: "Kein Kahlschlag"
BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz sprach sich massiv gegen einen Kahlschlag beim ORF aus. "Weder dürfen die kleinen Mitarbeiter für die Fehler der Führungsetage büßen, noch können Sparmaßnahmen so weit gehen, die Bundesländerstrukturen des ORF abzuschaffen." Strutz fordert die ORF-Führung auf, zuerst bei sich zu sparen und nicht bei Redakteuren, Kameraleuten, Technikern etc. "Hier tausend Angestellte kündigen zu wollen, ist ein Kahlschlag, der so nicht akzeptabel ist. Die ORF-Heuschrecke Wrabetz kann, wenn sie diese Pläne eins zu eins durchzieht, ihre Wiederwahl gleich vergessen", drohte Strutz. Er warnte vor einer Übernahme von Teilen des ORF durch den Raiffeisen-Konzern und trat dafür ein, den ORF in seiner Existenz langfristig zu sichern.

Grüne: "Zerschlagung des ORF verhindern"
Der ORF-Sprecher der Grünen, Dieter Brosz, machte die "Schönrederei der Geschäftsführung" und die "Ignoranz der Regierung" für die wirtschaftliche Misere des ORF verantwortlich. Das zentrale Ziel der Grünen sei es, die Zerschlagung des ORF zu verhindern und die Unabhängigkeit zu sichern. "Einen Verkauf oder ein Teilverkauf von ORF 1 und Ö 3 an den Raiffeisen-Konzern, der im Hintergrund offenbar von der ÖVP betrieben wird, werden wir mit allen Mitteln bekämpfen", kündigte Brosz an. Ebenso wie Cap sprach auch er sich dafür aus, dem ORF die Kosten für die Gebührenbefreiungen zu ersetzen.




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