30. Oktober 2007 12:56

Geld-Sorgen 

Kein Geld für neue Aids-Kampagne

Das Gesundheitsministerium kann für eine neue Aids-Vorsorge-Kampagne nur 20.000 Euro statt 60.000 Euro aufbringen.

Kein Geld für neue Aids-Kampagne
© Die fliegenden Fische

Trotz fast 25 Jahre langer Geschichte von Aids in Österreich infizieren sich pro Woche noch immer etwa drei Männer, die Sex mit Männern haben, mit HIV. Das ist der Anlass für eine neue Kampagne der Aids-Hilfen Österreichs. Gesundheitspolitisches Manko: Von den 60.000 Euro Kosten konnte das Gesundheitsministerium nur 20.000 Euro aufbringen - und in Niederösterreich sowie im Burgenland gibt es noch immer keine regionale Aids-Hilfe-Organisation.

"Lust auf schwul sein, Lust auf Leben", dichteten sozusagen die Kreativen der Salzburger Agentur "die fliegenden fische" als Slogan. Geworben wird mit Geschenkartikeln, im Internet, mit 100.000 Gratis-Kondomen und Inseraten etc. einfach für: Safer Sex von homo-und bisexuellen Männern.

Internationaler Vergleich
Frank Amort, Leiter der Abteilung für Prävention der Aids-Hilfe Wien, wies auf die im internationalen Vergleich relativ günstige Situation Österreichs hin: "In Deutschland ist es so, dass 60 bis 70 Prozent der Neudiagnosen von HIV unter schwulen Männern auftreten, in Österreich ist es rund ein Drittel. Doch noch immer gibt es pro Woche drei neue HIV-Diagnosen unter schwulen Männern in Österreich."

In einer Umfrage gaben 34 Prozent der Personen aus dieser Zielgruppe an, beim letzten Analverkehr kein Kondom verwendet zu haben. Dieser Prozentsatz galt auch für Schwule mit Partnerbeziehung, die als "offen" bezeichnet wurde. Je jünger und je weniger gut gebildet die Personen waren, desto öfter gab es keinen Safer Sex - und das, obwohl 45 Prozent angaben, vor HIV/Aids Angst zu haben. Das Problem: Die Jüngeren haben die Aids-Krise Mitte der 80er Jahre nicht mehr bewusst miterlebt.

Das Kondom "Stülpi"
Personifiziert wurde das Kondom in den Sujets mit einem Latex-verhüllten Mann: "Stülpi", wie die schwule Internetgemeinde online entschied. Die Mittel von rund 60.000 Euro bringen die österreichischen sieben Länder-Aids-Hilfen, Sponsoren und zu einem Drittel das Gesundheitsministerium auf. Das größte österreichische Bundesland, Niederösterreich, hat noch immer keine Aids-Hilfe. Auch das Burgenland zuckelt weiterhin hinterher, als ob es HIV nicht auch dort gäbe.

In Österreich sind bis zum Stichtag 8. Oktober dieses Jahres 2.567 Menschen an Aids erkrankt, 1.447 davon gestorben. Derzeit leben in der Alpenrepublik 1.120 Aids-Kranke. 35 Prozent der Erkrankten gaben an, homo- oder bisexuell zu sein, 24 Prozent infizierten sich via i.v.-Drogenkonsum, 19 Prozent über heterosexuelle Kontakte.




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