05. November 2008 16:38

TV-Eklat im ORF 

Konsequenzen für peinliche Emmerich-Sager gefordert

In der Nachwahl-Diskussion des ORF zum Sieg von Barack Obama in den USA sorgt Ex-ORF-Korrespondet Klaus Emmerich für einen Eklat.

Konsequenzen für peinliche Emmerich-Sager gefordert
© ORF

Die Grünen fordern nach den rassistischen Bemerkungen von Klaus Emmerich im ORF Konsequenzen. Dieter Brosz, ORF-Sprecher der Grünen, verlangt nicht nur, dass Emmerich in keine ORF-Sendung mehr eingeladen werde. Zu klären sei auch, ob Emmerich noch "Sonderverträge mit dem ORF laufen" habe.

"Distanzierung reicht nicht aus"
Wenn ja, müsse aus "auch in diesen Bereichen Konsequenzen geben", so Brosz. Die Distanzierung des ORF von Emmerichs Bemerkung sei "als erste Reaktion richtig, reicht aber nicht aus", meinen die Grünen.

"Nicht von einem Schwarzen dirigieren lassen"
In einer ORF-Diskussion zur Wahl in den USA hatte Klaus Emmerich von "rassistischen Amerikanern" und einem möglichen türkischen Bundeskanzler gesprochen, den "in Österreich auch niemand haben will". Er wolle jedenfalls nicht "von einem Schwarzen dirigiert" werden. Außerdem trage der neue US-Präsident "ein Zeichen", so Emmerich. Gemeint war damit wohl Obamas Hautfarbe.

ORF überdenkt Einladungspolitik
Von ORF-Diskussionsleiter Andreas Pfeifer hatte es nur einen schwachen Einwand gegeben, Emmerichs-Mitdiskutanten, "profil"-Journalist Georg Hoffmann-Ostenhof und Politologe Fritz Plasser, fanden nicht die Zeit zur Entgegnung. „Solche Aussagen und Haltungen sind in einer ORF-Sendung nicht zulässig“, erklärt dazu Sendersprecher Pius Strobl. Der ORF werde seine künftige Einladungspolitik überdenken.

Die Diskussions-Passage von Klaus Emmerich im Wortlaut

Klaus Emmerich: "Nein, ich halte die Amerikaner nach wie vor für Rassisten und es muss ihnen schon sehr schlecht gehen, dass sie so eindrucksvoll – das muss man ja sagen und ist auch keine Frage – einen Schwarzen mit einer Schwarzen, sehr gut aussehenden, gscheiten Frau, ins Weiße Haus schicken. – Denn ich bin mal neugierig, wie das weiße Amerika regiert. Das wäre ungefähr so, wie wenn der nächste Bundeskanzler ein Türke wäre in Österreich. Das schau ich mir an. – Natürlich, die Frage ist – insofern geben ich Ihnen recht, sonst gebe ich Ihnen gar nicht recht – wenn Sie (Anmerkung: gemeint ist Georg Hoffmann-Ostenhof) sagen, die ganze Welt wird jetzt anders regiert. Ich hab mit Amerika keine Berührungsängste, aber gerade deshalb sollten die Amerikaner ihr eigenes Haus in Ordnung bringen und nicht ihre Schulden uns und allen anderen in der Welt aufladen, wie sie es jetzt seit Jahren unter anderem durch den unseligen Herrn Busch – den unbegabten Sohn eines begabten Vaters – getan haben. Die Frage, ob nun – egal was für eine Hautfarbe der amerikanische Präsident hat – der ja auch eine Institution ist, er ist ja nicht nur eine Person – wichtig und gut – Personenkult ist a net schlecht, aber wenn sie sagen die ganze Welt – mit verlaub gesagt – des haben wir schon einmal gehört und es hat mir damals nicht gefallen und gfällt mir auch heute nicht."

Andreas Pfeifer: "Sie haben gesagt, die Amerikaner sind nach wie vor Rassisten, wie meinen Sie das? Dieses Wahlergebnis spricht ja ein ganz andere Sprache?"

Emmerich: "Zunächst muss man einmal sehen wie hoch die Wahlbeteiligung war – es haben ja nicht alle Amerikaner gewählt – es war eine hohe, sehr hohe, erstaunlich hohe – und das ist die Motivation – das ist das, was es mir auch Unheimlich macht – die Art mit Emotionen – mit Sympathie, mit Intelligenz – alles gar keine Frage bei Obama und das ist natürlich alles relativ im Vergleich zu den jetzigen Präsidenten ist es leicht, genial, begabt, charismatisch und weiß nicht was alles zu sein wie Obama. Es ist alles relativ, aber trotzdem ich glaube das in Amerika das weiße Amerika, vielleicht ist das ein Rückzug, vielleicht erleben wir jetzt – insofern gebe ich Ihnen Recht – einen Umbruch – und das also diese alte Gesellschaftsordnung, die eben basiert hat auf weiße Gesellschaft mit Sklaven – die sich also Leute hereinholen, wenn sie es haben wollen – auch aus Europa bis hin zur jüdischen Emigration im Zweiten Weltkrieg – jetzt sind die Amerikaner vielleicht sich selbst überlassen. – Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen. Wenn Sie jetzt sagen – na gut des ist auch eine rassistische Bemerkung – richtig – ist gar keine Frage – sind wir in unserer Gesellschaftsverfassung in der Lage einen so hochbegabten Mann, der ein Zeichen trägt – was für ein Zeichen immer – zu verdauen – nämlich wir in Europa – und da habe ich große Zweifel."




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