23. September 2008 17:15

ORF-Privat 

Krammer kritisiert Pekarek

SPÖ-Stiftungsrat Karl Krammer ruft Pekarek auf den "Boden des ORF-Gesetzes" zurück und zeigt sich über Privatisierungs-Vorstoß in Wahlkampfzeiten "sehr verwundert

Krammer kritisiert Pekarek
© APA

"Sehr verwundert" hat sich ORF-Stiftungsrat Karl Krammer am Dienstag über einen Vorstoß des ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Klaus Pekarek zu Teil-Privatisierung des öffentlich-rechtlichen ORF gezeigt. Bei einer Stiftungsratsklausur vor wenigen Tagen, bei der es um die künftige ORF-Strategie gegangen war, sei dazu von Pekarek kein Wort vernommen worden. "Es ist verwunderlich, dass Pekarek das ausgerechnet in Wahlkampfzeiten macht und damit den ORF in die Diskussion wirft", so der Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im obersten ORF-Gremium.

Pekarek auf ÖVP-Linie
Pekarek folge damit der Argumentation des ÖVP-Parlamentariers und Raiffeisen-Generalsekretärs Ferry Maier, der sich zuletzt dafür ausgesprochen hatte, den ORF in einen gebührenfinanzierten Bereich mit ORF2 und Ö1 und einen werbefinanzierten Teil mit ORF1, Ö3 und FM4 zu teilen. Die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats sollten laut Krammer auf dem "Boden des ORF-Gesetzes" agieren. Pekareks Vorstoß gehe demnach "weit über das ORF-Gesetz hinaus".

Öffentlich-rechtlicher Auftrag unteilbar
In der Sache selbst weist Krammer die Überlegungen Pekareks zurück. "Keiner dieser Vorschläge kann zum Erfolg des ORF beitragen. Der öffentlich-rechtliche Auftrag ist unteilbar." Wesentliche ORF-Teile wie die Landesstudios könnten nicht einfach aus dem Unternehmen herausgelöst werden. Eine Beteiligung der Bundesländerverlage an den Landesstudios würde darüber hinaus zur "Gefahr regionaler Monopole" führen.




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