09. Oktober 2007 15:55

Dicke Luft 

Leerer Stuhl in ORF-Sendung verärgert ÖVP

ÖVP-Mediensprecher Franz Morak zeigt sich empört über die Einladungspolitik des ORF; Info-Chef Oberhauser ist empört über Morak.

Leerer Stuhl in ORF-Sendung verärgert ÖVP
© ORF/Milenko Badzic

Zwischen ÖVP und ORF herrscht dicke Luft. Grund dafür ist die Talksendung "Im Zentrum", bei der kein Vertreter der Schwarzen anwesend war. ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser wies am Dienstag die Kritik von VP-Mediensprecher Franz Morak an der Einladungspolitik seines Senders zurück. Er warf Morak vor, "entweder bewusst die Unwahrheit" zu sagen oder "nicht im Geringsten informiert" zu sein, wie der Infodirektor in einer Aussendung feststellte.

Konkret geht es um die Asyldebatte vom vergangenen Sonntagabend. Der ÖVP-Mediensprecher hatte sich in einer Aussendung darüber empört, dass Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zwar für Justizministerin Maria Berger (beide S) "einspringen" durfte, der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger als Ersatz für den verhinderten Innenminister Günther Platter (beide V) vom ORF aber nicht akzeptiert wurde. Die ÖVP sieht darin "eine schwere Beeinträchtigung der objektiven Berichterstattung".

Vorwurf zurückgewiesen
Oberhauser wies das entschieden zurück. Prammer sei kein Ersatz für die Justizministerin gewesen, sondern wurde "als Vertreterin des Parlaments zu einem Zeitpunkt eingeladen, als noch völlig offen war, ob Frau Justizministerin Berger an der Diskussion teilnimmt oder nicht". Der Innenminister konnte auf Grund einer Familienfeier in Tirol nicht an der Sendung teilnehmen, das Angebot, sich vom Landesstudio Tirol aus an der Diskussion zu beteiligen, habe er abgelehnt. Platters Vorschlag, sich von Spindelegger vertreten zu lassen, habe der Informationsdirektor deshalb abgelehnt, "weil es nicht Sache der Parteien sein kann, die Teilnehmer einer Diskussion zu bestimmen".

Nicht nur bei der ÖVP sondern auch bei den Grünen hatte die "Einladungspolitik" zu der ORF-Sendung für Kritik gesorgt. Mediensprecher Dieter Brosz hatte sich in einer Aussendung darüber empört, dass die Grünen als Befürworter des Bleiberechts "bereits im Vorfeld ausgeladen" wurden. Die Grünen orten ebenfalls eine Verletzung des Objektivitätsgebots. (APA)




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare