31. August 2007 12:43

ORF-Zuschauer 

Leiden am rückläufigen TV-Konsum

ORF-Chef Alexander Wrabetz fordert: "Der ORF darf nicht vom Onlinesektor abgeschnitten werden"

Leiden am rückläufigen TV-Konsum
© APA

Der ORF darf nicht vom Onlinesektor abgeschnitten werden - fordert jedenfalls ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Es sei wichtig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag auf "allen Plattformen" erfüllt und auch im Online-Bereich dafür sorgt, dass "journalistische Kriterien in transparenter Weise aufrechterhalten werden", sagte Wrabetz im Rahmen der Grünen Bildungswerkstatt in Niederösterreich.

Angesichts der anstehenden Prüfung des ORF durch die EU-Wettbewerbshüter, die auch die Onlineaktivitäten des Senders unter die Lupe nehmen werden, müsse der ORF allerdings den Umfang des Internetangebots definieren, räumte Wrabetz ein. Von einer gewissen Einschränkung der Onlineaktivitäten geht der ORF-Chef dabei aus.

Große Herausforderungen kommen 2008
Auch über den Onlinebereich hinaus stehe der ORF in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen: So gehe etwa der Fernsehkonsum in Summe zurück. Während die Österreicher im Vorjahr täglich 171 Minuten in die Röhre geschaut haben, sind es im laufenden Jahr nur noch durchschnittlich 161 Minuten. Hinzu komme, dass sich der Fernsehkonsum auf Grund der Digitalisierung und dem erhöhten Programmangebot auf mehrere Sender "aufbröselt", so Wrabetz.

Zu schaffen macht dem ORF auch das Alter seiner Fans. "Für die Jüngeren findet öffentlich-rechtliches Fernsehen bis auf den Sport grundsätzlich nicht statt. Wir erreichen vor allem die Gruppe 50 plus", so der ORF-Chef. Demnach liegt zum Beispiel der ORF-Marktanteil in der Zielgruppe der über 70-Jährigen bei 62 Prozent - bei der werberelevanten Gruppe der 20 bis 29 sind es gerade einmal halb so viele, nämlich 31 Prozent. Hinzu kommen die ständig steigenden Kosten für sportliche Großereignisse wie Olympische Spiele oder Fußball Welt- und Europameisterschaften. Die Preise hätten sich in den vergangenen vier Jahren vervierfacht. (APA)




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