28. September 2007 19:44

Medientage 

Lorenz: "Film ist ein wichtiges Kulturgut"

Das Thema "Wirtschaftsfaktor Film" stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde bei den Meidentagen mit Vertretern aus der Film- und Fernsehwelt.

Lorenz: "Film ist ein wichtiges Kulturgut"
© ORF/Milenko Badzic

"Es gibt keine Sahnehäubchen ohne Milch", fällt dem ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz gleich zu Beginn der Diskussion zum Thema "Wirtschaftsfaktor Film" ein. Gemeinsam mit anderen Vertretern von Film und Fernsehen wie Veit Heiduschka (Wega-Film), Peter A. Mayer (Wiener Filmakademie), Georg Riha (Brains & Pictures) und Oswald Wolkenstein (Comtel Wolkenstein Film), sprach sich Lorenz heute, Freitag, im Rahmen der zweiten Medienmesse (26. -28. September 2007) im Wiener Messezentrum für eine verbesserte Förderpolitik aus.

In einem Punkt waren sich alle einig: Film sei Teil der österreichischen Kultur und diene der Identitätsstiftung. Neben dem kulturellen Aspekt gäbe es allerdings auch immer noch den wirtschaftlichen. "Film ist ein wichtiges Kulturgut, das aber Geld braucht", so Lorenz. Nicht zufrieden ist etwa der Produzent Veit Heiduschka: "In den 80er und 90er Jahren wurden in Österreich noch zehn Spielfilme pro Jahr produziert, letztes Jahr waren es nur noch sechs." Es fehlt an Geld, und die Filmförderung sei, so Heiduschka, wieder auf dem Stand des Jahres 1998. Daher sei es auch besonders wichtig, Österreich als Filmstandort zu beleben - und da sei die Politik gefordert, denn: "Wir haben jetzt seit einem Jahr das neue Budget, und im Bereich Film hat sich nichts getan", sagte ORF-Programmdirektor Lorenz.

Verwertungsrechte als Problem
Nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwertung gibt es laut der Experten Probleme. Peter A. Mayer von der Wiener Filmakademie warf ein, dass seine Institution die Filme der Studenten gar nicht verkaufen könnte, da die Rechte bei den Studierenden blieben. " Bei Dokumentation kann man mit dem Verkauf die Kosten gar nicht hereinbekommen", meinte Georg Riha, selbst Fotograf und Filmemacher. Denn Dokumentationen seien zwar billiger als Spielfilme aber nie kommerziell verwertbar. "Koproduktionen bringen zwar mehr Geld, allerdings gibt es in jedem Land andere Steuer-, Urheber- und Verwertungsrechte, was das Ganze nicht einfacher macht", gab Veit Heiduschka zu bedenken.

Jammern wollten sie alle nicht, wie sie mehrmals am Podium betonten, aber "Film müsse vom Sozialfall zu dem werden, was es eigentlich sein sollte, eine blühende Branche", sagte Lorenz. Daher sollten sich die Vertreter der Filmwirtschaft mit Vertretern der Politik zusammensetzen und an konstruktiven Vorschlägen, wie etwa der Absetzung von Investitionen im Filmbereich von den Steuern, arbeiten.




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