17. Jänner 2008 11:25

ORF-Filme 

Lorenz will Österreichisches forcieren

ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz meint, Gebührenerhöhung soll ins Programm fließen.

Lorenz will Österreichisches forcieren
© ORF/Milenko Badzic

Für heimische Film- und Fernsehproduktionen gebe es schlicht "zu wenig Geld", attestiert ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz. "Über das kreative Potenzial kann ich mich nicht beschweren", meinte er am Mittwochabend bei der Präsentation der zweiten Staffel des "Winzerkönig" im APA-Gespräch. Das zusätzliche Geld aus der geplanten Gebührenerhöhung solle daher ins Programm fließen und die Zahl der österreichischen Projekte "merklich" anheben.

Geld für Filme fehlt
Darauf hofft auch der Schauspieler Harald Krassnitzer: Dass in Österreich zu wenig selbst produziert werde, liege "eindeutig" am fehlenden Kapital und nicht an fehlender Kreativität, meinte er im Interview mit der APA. Krassnitzer wird nachgesagt, sich im Gespräch mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) für eine Gebührenerhöhung stark gemacht zu haben, um mehr Geld für die Filmwirtschaft sicherzustellen.

Keine Ratschläge für Gusi
Der Schauspieler will seine Rolle bei der geplanten Anpassung der Gebühren indes nicht überbewertet wissen. Seine Position sei "einer von vielen Beiträgen" gewesen, erklärte er. "Der Bundeskanzler ist ein autarker Mensch mit einem hervorragenden Mitarbeiterstab. Er ist nicht auf Ratschläge von mir angewiesen." Die Entscheidung über eine Gebührenerhöhung treffe zwar der Stiftungsrat, "aber ohne diese Maßnahme wird es nicht gehen", meinte Krassnitzer und plädierte für ein "unabhängiges, öffentlich rechtliches Medium".

100 Millionen für heimische Produktionen
Lorenz will jedenfalls mehr Budget in heimische Produktionen stecken - mehrere Serien unter anderem mit Michael Niavarani oder Projekte mit Andreas Vitasek, Roland Düringer oder Robert Palfrader seien bereits in Planung. Der ORF investiere jährlich zwischen 90 und 100 Millionen Euro in heimische Produktionen, "ein stattlicher, aber unterer Wert", meint der Programmdirektor. Der ORF sei wichtig für die österreichische Identität und Kultur. Würde der Sender als Auftraggeber und Partner wegfallen, drohe eine Abwanderung der heimischen Talente, befürchtet Lorenz. Das Publikum sei ob einer Gebührenerhöhung "relativ unaufgeregt", etwa vier Cent seien pro Tag für den TV-Konsum zu zahlen.




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