12. November 2007 13:10

ORF-Sparpläne 

Magazin "Szene" steht vor dem Aus

"Wie bitte?" könnte auf eine wöchentliche Sparversion reduziert werden, ORF-Fernsehen muss zwiestelligen Millionen-Betrag einsparen.

Magazin "Szene" steht vor dem Aus
© ORF

Zahlentag im ORF: Am kommenden Donnerstag muss ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den Budgetplan 2008 vorlegen. Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich sind allein im Fernsehen vorgesehen, das Radio soll sich mit 2,4 Millionen Euro am Sparpaket beteiligen. Derzeit werde daher laut Kommunikationschef Pius Strobl "jede Sendung kritisch auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft".

Opfer des Sparkurses
Ein Opfer der Sparmaßnahmen dürfte dem Vernehmen nach das junge Magazin "szene" werden, das mangels Quotenerfolg mit 31. Dezember eingestellt werden dürfte. Die Zuseherzahlen von "szene", das derzeit nach der US-Serie "Malcolm mittendrin" und vor der "ZiB 20" ausgestrahlt wird, bewegten sich in der Vorwoche zwischen mageren 83.000 und 133.000. Ein Ersatz für das Societymagazin, das mit der ORF-Programmreform im April eingeführt wurde, ist - gewöhnlich gut informierten Kreisen zufolge - nicht geplant.

Neuer Sendplatz gesucht
Einen neuen Sendeplatz wird es voraussichtlich für das bisher tägliche Infomagazin "Wie bitte?" geben, bestätigte ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser der APA. Momentan ist die Sendung mit Eva Pölzl und Andi Knoll wochentags um 17.45 Uhr zu sehen und wird außerdem nach der mitternächtlichen "ZiB 24" wiederholt, wobei die nächtliche Ausstrahlung meistens mehr Zuseher vor den Fernseher bannt, als jene im Vorabend.

Klausur der ORF-Führung
Der neue Sendetermin wird laut Oberhauser Thema bei der Klausur der ORF-Geschäftsführung am kommenden Wochenende sein. Dort werde außerdem diskutiert, "Wie bitte?" zu einem wöchentlichen Format umzuwandeln. "Wie bitte?" und "szene" waren neben der gefloppten Sitcom "Mitten im Achten" zentrale Teile der im April gestarteten Programmreform, mit der Wrabetz auch den Vorabend auf ORF 1 mit mehr Eigenproduktionen stärken wollte.

Nutzen hinterfragen
Den Finanzgürtel enger schnallen will der Sender bei diversen Außenproduktionen, wie Opern-, Festival- oder Gala-Übertragungen und Gottesdiensten, die in der Produktion teuer sind aber dauerhaft unter bestimmten Quotenvorgaben liegen. Freilich werde man nicht den public value aus dem Auge verlieren, so Strobl, andererseits müsse man auch den Nutzen mancher Sendungen hinterfragen.

Grund für die Sparmaßnahmen im ORF sind laut Oberhauser die "unglaublich hohen Aufwendungen im Sport" und die Ausgaben für die Einführung von HDTV. Ins Gewicht fallen darüber hinaus voraussichtliche Gehaltssteigerungen bei gleich bleibenden Einnahmen, ergänzte Strobl. Der Budgetplan 2008 ist Thema der nächsten Stiftungsratssitzung am 13. Dezember.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare