02. Oktober 2007 17:31

"Kein Borat-Witz" 

Manola sieht ORF hinter Kasachstan-TV

ORF-Stratege Franz Manola kritisiert den ehemaligen ORF-Technik-Chef Andreas Gall heftig.

Manola sieht ORF hinter Kasachstan-TV
© REUTERS

Franz Manola, oberster ORF-Stratege in Sachen hochauflösendem Fernsehen (HDTV), kritisiert in der aktuellen Ausgabe der Programmzeitschrift "tv-media" den ehemaligen ORF-Technik-Chef Andreas Gall, der inzwischen als Technischer Direktor für die TV-Aktivitäten von Red Bull aktiv ist. Daneben spricht sich Manola für eine Erhöhung der ORF-Rundfunkgebühren nach Schweizer Vorbild aus, um die entsprechenden Investitionen für hochauflösendes Fernsehen tätigen zu können.

"Kameras, Schnitt- und Regieplätze und die gesamte Produktionskette vom Design der Bildschirmgrafik bis hin zur Studioausstattung und Maske müssen umgestellt werden", so Manola. Der Technische Direktor Peter Moosmann lege "in der Tat einen bewunderungswürdigen Kraftakt hin, weil sein Vorgänger diesbezüglich keine Vorkehrungen getroffen hat. Derzeit ist uns ja das algerische Fernsehen und auch jenes in Kasachstan HD-mäßig voraus, was leider kein Borat-Witz ist", lässt Manola kein gutes Haar an der früheren ORF-Geschäftsführung.

Teures HD-TV
Um hochauflösendes Fernsehen rechtzeitig bis zur EURO 2008 einführen zu können, bedürfe es entsprechender Investitionen. Das Schweizer Fernsehen wendet bis 2012 mehr als 30 Millionen Euro auf. "Dieser Mehraufwand wird dort durch eine Gebührenerhöhung aufgefangen, die man dem ORF verweigert", weist der HD-Stratege des ORF den Weg. "In der Schweiz hat die Politik offenkundig erkannt, dass die Digitalisierung eine technologische Standortfrage ist und die Gastgeberrolle bei der EURO 08 eine Frage der gesamtnationalen Ehre, also ungeeignet für medienpolitisches Kleinkaro."




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