08. Jänner 2009 14:59

Kasse 

NÖ kassiert bei ORF-Gebühr kräftig mit

Land Niederösterreich kassierte 2007 rund 25 Millionen Euro aus der ORF-Gebühr, nur 2,9 Millionen Euro flossen in Landesfilmförderung.

NÖ kassiert bei ORF-Gebühr kräftig mit
© TZ Oesterreich Niesner Lisi

Als Rettungsanker der österreichischen Filmindustrie hat Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) zuletzt die Bundesländer dargestellt. "Vielen würden die Augen übergehen", wenn sie wüssten, "was das Land Niederösterreich von den ORF-Gebühren kassiert und was das Land Niederösterreich insbesondere für Koproduktionen für ORF-Filme ausgibt", so der Landesvater im aktuellen "News". Laut APA-Recherche hat Niederösterreich im Jahr 2007 rund 25,4 Millionen Euro aus den ORF-Gebühren eingenommen, während offiziell 2,88 Millionen Euro in Form der niederösterreichischen Landesfilmförderung in den österreichischen Film investiert wurden.

Prölls einfache Rechnung
Wöchentlich würden die Filmemacher bei den Bundesländern um finanzielle Unterstützung bitten - während sich der ORF aus der Filmproduktion zurückziehe, so Pröll. Er sei bereit, diese "Rechnung aufzumachen", so Pröll - für eine Stellungnahme gegenüber der APA waren Pröll bzw. sein Pressesprecher vorerst nicht erreichbar. Dass die Länder in der Höhe von mehr als hundert Millionen Euro von den ORF-Gebühren profitieren, tat der Landeshauptmann im "News" als "Behauptung" ab - "diejenigen, die das behaupten, bleiben den Beweis schuldig".

106 ORF-Millionen für Länder
Laut APA-Recherche hat Niederösterreich im Jahr 2007 25,4 Millionen Euro als Landesabgabe aus den Rundfunkgebühren erhalten. Insgesamt gingen in diesem Jahr mehr als 106 Millionen Euro an die Länder, während der ORF aus den Gebühren 472,7 Millionen Euro einnahm. Die Investitionen in den österreichischen Film, die über die niederösterreichische Landesfilmförderung abgewickelt wurden, betrugen laut Filmwirtschaftsbericht 2,88 Millionen Euro. 465.000 Euro davon wurden allerdings nicht verbraucht und standen daher im Jahr 2008 zusätzlich zur Verfügung.

Verzicht in Vorarlberg und Oberösterreich
Seit der Gebührenerhöhung im Juni 2008 bekommt das Land Niederösterreich von seinen Fernsehzuschauern 4,10 Euro pro Monat. Die Höhe der Landesabgabe sowie den Verwendungszweck bestimmt jedes Bundesland selbst. Niederösterreich liegt im oberen Mittelfeld. Am meisten Zahlen die steirischen Zuseher an ihr Land, nämlich 5,10 Euro - im Burgenland zahlen die Zuseher 2,50 Euro. Vorarlberg und Oberösterreich verzichten auf die Landesabgabe.

Pröll fordert Wrabetz-Ablöse
Landeshauptmann Pröll plädiert seit mehreren Wochen - unter anderem in einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH - für die Ablöse des SP-nahen ORF-Generaldirektors Alexander Wrabetz. Als Grund führte er zuletzt im "News"-Interview die Finanzlage des Senders ins Treffen und kritisierte die seiner Meinung nach hohen Gebühren.




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