22. Oktober 2008 13:28

ORF-Zukunft 

ORF On steht vor Umbau

ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner soll demnächst Umstrukturierungspläne für das Online-Segment vorlegen.

ORF On steht vor Umbau
© ORF

Seit einigen Tagen sind die Empfehlungen der Unternehmensberatungsfirma Roland Berger zur Zukunft des ORF-Onlinebereichs am Tisch. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat Onlinedirektor Thomas Prantner nun damit beauftragt, gemeinsam mit der Kaufmännischen Abteilung die Strategieansätze Bergers zu prüfen und "Empfehlungen für die Umsetzung im Unternehmen auszuarbeiten", so Kommunikationschef Pius Strobl auf APA-Anfrage.

Doppelgleisigkeiten abbauen
Über den Inhalt des Roland Berger Berichts wollten sich weder Strobl noch Prantner äußern. Ziel der Strukturüberprüfung des Onlinebereichs war es, vorhandene Doppelgleisigkeiten zu beseitigen und eine "bessere strukturelle, inhaltliche und ökonomische Aufstellung zu erreichen", sagte Strobl.

Verschmelzung der Töchter
Wrabetz hatte vor kurzem angekündigt, noch heuer die Online-Direktion mit der ORF-Tochterfirma, der ORF Online und Teletext GesmbH (ORF On) zusammenführen zu wollen. Gleichzeitig hatte er sich für den Erhalt der Direktion in der laufenden Geschäftsführungsperiode ausgesprochen. Prantner soll die Empfehlungen von Roland Berger nun so rasch wie möglich evaluieren, so dass die Ergebnisse dem ORF-Stiftungsrat vermutlich in der Dezember-Sitzung vorgelegt werden können.

Eine Zusammenlegung der beiden Bereiche hätte auch budgetäre Auswirkungen, die sich voraussichtlich im Finanzplan 2009 niederschlagen werden, der bereits Mitte November an die Stiftungsräte verschickt wird. Für eine allfällige Auflösung der Direktion müsste Wrabetz einen Antrag im Stiftungsrat stellen, der von einer Mehrheit angenommen werden müsste. Auf den Vertrag und die Bezüge von Onlinedirektor Prantner, die bis Ende 2011 geregelt sind, hätte dies keinen Einfluss.

Kompetenzstreit
Hintergrund der Umstrukturierungspläne sind unter anderem permanente Führungs- und Kompetenzstreitigkeiten zwischen der Direktion und der ORF On, bei der Karl Pachner die Geschäfte führt. Die ORF-Tochterfirma produziert einen Großteil der Inhalte im ORF-Internetauftritt und im Teletext und umfasst rund 90 Mitarbeiter. Prantner hat hier kaum Einflussmöglichkeiten. Es steht zu erwarten, dass diese Zuständigkeitsbereiche künftig klarer geregelt werden.




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