09. Jänner 2009 09:16

Miese Quote 

ORF: Top-TV-Präsenz für Pröll

Landeshauptmann Erwin Pröll hatte 2008 die höchste TV-Präsenz in "Bundesland heute, "Niederösterreich heute" die niedrigste Quote.

ORF: Top-TV-Präsenz für Pröll
© APA

Mit durchschnittlich 57 Prozent Marktanteil zählt "Bundesland heute" zu den meistgesehenen Fernsehsendung im ORF. Wenig verwunderlich, dass den jeweiligen Landespolitikern die Präsenz in der regionalen Nachrichtensendung ein Anliegen ist. Die mit Abstand meisten Auftritte konnte 2008 mit eineinhalb Stunden Redezeit der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (V) verbuchen, wie eine Analyse der APA-Tochter MediaWatch ergab. Dass Landeshauptmann nicht gleich Quotenzugpferd bedeutet, zeigen allerdings die detaillierten Teletestdaten der einzelnen "Bundesland Heute"-Ausgaben: Mit 47 Prozent Marktanteil stieß "Niederösterreich Heute" auf das geringste Zuschauerinteresse aller Ausgaben.

Wortstarker Erwin Pröll allgegenwärtig
Laut MediaWatch kam Pröll am öftesten zu Wort: 5.552 Sekunden Redezeit bekam der "Landesfürst" in "Niederösterreich heute" eingeräumt. Obwohl nicht nur in Niederösterreich, sondern auch in Tirol Landtagswahlen stattfanden, erreichten Herwig Van Staa und Günther Platter nicht einmal die Hälfte (2.593 Sekunden) der Pröll-Redezeit. "Tirol heute" kam indes mit 67 Prozent auf den höchsten Marktanteil unter den ORF-Landesnachrichten. Auf Platz zwei - aber deutlich hinter dem Niederösterreich-Chef - folgte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S), der in "Wien heute" eine Stunde bzw. 3.651 Sekunden zur Sprache kam. Dahinter lag die Kärntner Landsführung, der verstorbene Jörg Haider und sein Nachfolger Gerhard Dörfler (B), mit 55 Minuten (3.263 Sekunden).

TV-Defizit bei Gabi Burgstaller
Die ÖVP-Landeshauptleute kamen im Vorjahr in den jeweiligen "Bundesland heute"-Sendungen mit durchschnittlich 57 Minuten häufiger zu Wort als ihre SPÖ-Kollegen mit 46 Minuten. Das Schlusslicht bildete die einzige Frau unter den Landeschefs: Gabi Burgstaller (S) kam nur auf rund 30 Minuten O-Ton. MediaWatch spricht von einem "Gender-Malus". Punkto Landeshauptmann-Präsenz lässt sich weiters ein Ost-West-Gefälle ausmachen - Ausnahme Steiermark. Franz Voves (S) gehörte vor seinem Vorarlberger Kollegen Herbert Sausgruber (V) und Burgstaller zu den Letztplatzierten. Das Mittelfeld setzte sich aus dem Burgenland, Oberösterreich und Tirol zusammen, am häufigsten redeten die Landeshauptleute von Niederösterreich, Wien und Kärnten.

In Sachen Quote zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: "Niederösterreich heute" war im Vorjahr mit 47 Prozent Marktanteil in Kabel- und Satellitenhaushalten die "Bundesland heute"-Ausgabe mit den niedrigsten Quoten. Nur wenig besser war die Quote in Wien (48 Prozent), dessen urban orientiertes Publikum dem Format gegenüber traditionell weniger zugänglich ist. Steiermark und Oberösterreich lagen mit 55 Prozent gleichauf, während die übrigen Bundesländer jeweils mehr als 60 Prozent Marktanteil verzeichneten. Am häufigsten schalteten die Zuschauer in Tirol zu den Regionalnachrichten, wo der Marktanteil bei 67 Prozent Marktanteil lag.

TV-Quoten und Präsenz in "Bundesland heute"

Bundesland

Landeshauptmann

Redezeit in Sekunden

Marktanteil

Niederösterreich

Erwin Pröll

5.552

47

Wien

Michael Häupl

3.651

48

Kärnten

Jörg Haider/Gerhard Dörfler

3.263

64

Burgenland

Hans Niessl

3.007

62

Oberösterreich

Josef Pühringer

2.992

55

Tirol

Herwig Van Staa/Günther Platter

2.593

67

Steiermark

Franz Voves

2.496

55

Vorarlberg

Herbert Sausgruber

2.415

63

Salzburg

Gabi Burgstaller

1.801

64




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