11. Oktober 2007 15:54

Teurer Fernsehsport 

ORF muss Rücklagen anzapfen

Zusatzangebote kosten den ORF bis 2010 bis zu 45 Millionen Euro, die Digitalisierung schluckt schon 2008 zehn Millionen Euro.

ORF muss Rücklagen anzapfen
© APA

Der ORF rechnet auf Grund der Mehrausgaben für Digitalisierung und Sportrechte etc. in den Jahren 2008 bis 2010 mit einem zusätzlichen Mittelbedarf von bis zu 45 Millionen Euro. Diese Zahl wurde am Rand der ORF-Stiftungsratssitzung am Donnerstag kolportiert. Im kommenden Jahr will der ORF daher bei der Finanzierung auf Widmungsrücklagen und den erwarteten Bilanzgewinn aus dem laufenden Jahr zurückgreifen.

Durch welche "externen Maßnahmen" die auf Dauer zusätzlich benötigten Mittel lukriert werden können, bzw. wie die strategische Zukunftsplanung für den ORF generell aussieht, dürfte voraussichtlich Thema der nächsten Stiftungsratssitzung am 13. Dezember sein.

Allein die Digitalisierung mit DVB-T, DVB-H und HD-TV, kostet den ORF im kommenden Jahr zehn Millionen Euro, hieß es. Die digital-terrestrische Ausstrahlung der beiden Programme 3Sat und Sport Plus via Mux B verschlingt 3,6 Millionen Euro pro Jahr. Die Frage, ob diese Investition angesichts der durch die Digitalisierung zunehmenden Senderkonkurrenz sinnvoll ist, dürfte im Stiftungsrat nicht unumstritten sein. Der Vorsitzende des SPÖ-"Freundeskreises" Karl Krammer meinte auf Nachfrage knapp: "Das ist eine gute Frage".

Kritik am Sendeschema 2008
Auf der Tagesordnung der ORF-Räte stand außerdem die Absegnung des TV-Sendeschemas für das Jahr 2008. Kritik am Programm kam erwartungsgemäß von den schwarzen Stiftungsräten, "Freundeskreis"-Leiter Franz Medwenitsch monierte mangelhafte Quotenerfolge. Helga Rabl-Stadler und Peter Radel hatten vor der Sitzung angekündigt, der Fortschreibung des Schemas nicht zustimmen zu wollen. Grund dafür: mangelnder Erfolg.

Änderungen im Sendeschema betreffen im wesentlichen lediglich zwei Punkte, nämlich die Sendeplätze von "Extrazimmer" und der bereits vor Monaten vom Programm gestrichenen Serie "Julia". Beide Sendeplätze wandern von der Programm- in die Informationsdirektion.

Ansonsten setzt der ORF auf das Thema Gesundheit. Auf Beschluss des Stiftungsrates wird im November unter der Leitung von Siegfried Meryn, der auch im Stiftungsrat sitzt, ein Gesundheitsbeirat eingerichtet, der die ORF-Geschäftsführung beratend unterstützen soll, hieß es. Der Schwerpunkt Gesundheit soll sich künftig in den verschiedensten ORF-Formaten widerspiegeln, das Informations- und Serviceangebot für das ORF-Publikum soll in diesem Bereich ausgebaut werden.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |